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Russen sind weg, Bomben fallen weiter - Reportage aus Cherson

Cherson wird ständig bombardiert
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Von Anelise Borges
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Irina freute sich über die Befreiung ihrer Stadt, Cherson. Doch jetzt will sie dennoch fliehen.

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Reporterin Anelise Borges ist in Cherson. Sie spricht mit Irina, die früher Englisch unterrichtete. 

Irina: "Meine Mutter und meine Schwester leben hier im Zentrum von Cherson am Fluss."

Borges: "Nehmen Sie sie mit, wenn Sie gehen?"

Irina: "Ja, wir sind eine Familie."

Acht Monate war Cherson unter russischer Besatzung. Jetzt sind die Russen weg, allerdings nur wenige Kilometer südlich des Flusses Dnjepr, doch die russischen Bomben fallen weiter.

Irina sagt, sie finde keine Worte für das, was passiert. Es sei alles wie in einem Film, wie im Kino. Gewöhnen kann man sich daran nicht.

Borges will ein Interview mit Irina machen, doch die Bomben zwingen die Frauen, sich weiterzubewegen. Drei Raketen wurden in nur kurzer Zeit vom Abwehrsystem Ukraine abgefangen. Es ist schwer zu sagen, wo es in Cherson sicher ist.

Viele Menschen kriegen zum ersten Mal mit, wie schlimm die Bombardierungen sind. Irina hoffte, nach den Schrecken der Besatzung jetzt wenigstens in ihrer Wohnung bleiben zu können, aber so sieht es nicht aus.

Borges folgt der Lehrerin in ihre Wohnung. Irina sagt: "Wir haben kein Licht. Schon bald drei Wochen. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Ich wollte nicht fliehen, ich wollte doch mit meinem Volk zusammenbleiben. Täglich verabschiedeten sich Freunde von mir, die aus Cherson flohen. Diese Gefühle werde ich nie vergessen."

Und jetzt ist es Irinas Familie, die sich gezwungen sieht, Cherson nun doch zu verlassen.

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