Seltsamer Schlagabtausch zwischen Selenskyj und Klitschko in der Ukraine

Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew, in seinem Büro in der Ukraine
Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew, in seinem Büro in der Ukraine Copyright John Leicester/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
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Von Euronews mit AP, dpa
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Der Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko hat auf die Kritik des Präsidenten der Ukraine Wolodymyr Selenskyj geantwortet - in der BILD-Zeitung.

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Der Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj (44) hat am Freitag das mangelnde Krisenmanagement des Bürgermeisters von Kiew nach den Angriffen Russlands auf die kritische Infrastruktur kritisiert - ohne Vitali Klitschko (51) beim Namen zu nennen. 

Das Staatsoberhaupt bemängelte, dass es in der Hauptstadt 20 bis 30 Stunden lang keinen Strom gegeben habe. "Vor allem in Kiew gibt es viele Beschwerden", sagte Selenskyj in einem seiner täglichen Video. Funktionierende Wärmestuben gebe es in der Hauptstadt nur beim Zivilschutz und am Bahnhof. Selenskyj forderte: "An anderen Stellen muss noch gearbeitet werden, um es vorsichtig auszudrücken. Die Einwohner von Kiew brauchen mehr Schutz." In den sogenannten Wärmestuben können die Ukrainerinnen und Ukrainer auch ihre Handys und andere Geräte aufladen.

Klitschko: "Der Schlüssel des Erfolgs der Ukraine ist der Zusammenhalt"

Auf die Kritik des Präsidenten reagierte Vitali Klitschko an diesem Wochenende in einem Interview mit Paul Ronzheimer von der BILD-Zeitung. Klitschko erklärte: "Der Schlüssel des Erfolgs der Ukraine nach dem Angriff Russlands auf unser Land ist der Zusammenhalt, sowohl national als auch international. Wir müssen weiter gemeinsam dafür sorgen, das Land zu verteidigen und die Infrastruktur zu schützen."

Und Klitschko - der seit 2014 Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt ist - wies die Kritik zurück: "Unsere Mitarbeiter in Kiew haben in einem Rekordtempo rund um die Uhr gearbeitet: Die Stadt hat wieder Wasser und 95 Prozent Heizung, jetzt arbeiten wir vor allem daran, dass der Strom überall zurückkommt.“

Vor dem Krieg Russlands gegen die Ukraine waren Vitali Klitschko und Wolodymyr Selenskyj politische Widersacher. Klitschko hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2019 Selenskyjs Gegner, den Unternehmer und damaligen Präsidenten Petro Poroschenko, unterstützt - nachdem er darüber nachgedacht hatte, selbst anzutreten.

Der ehemalige Schauspieler und Comedian Selenskyj bezichtigte die Stadtverwaltung in Kiew einige Monate vor dem Einmarsch Russlands der Korruption. Inzwischen gehen viele davon aus, dass Vitali Klitschko selbst letztendlich doch Präsident der Ukraine werden möchte. Und der Machtkampf zwischen Selenskyj und dem ehemaligen Box-Profi zeigt sich in Form des verbalen Schlagabtauschs zwischen den beiden ungewöhnlichen Politikern.

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