Eine kontroverse Figur: Ex-Papst Benedikt XVI. und die Missbrauchs-Skandale

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Von Rhal Ssan
Der ehemalige Papst Benedikt XVI. wird kontrovers diskutiert.
Der ehemalige Papst Benedikt XVI. wird kontrovers diskutiert.   -  Copyright  Gregorio Borgia/Copyright 2017 The AP. All rights reserved.

Die Reaktionen im Netz zum Tod des ehemaligen Papstes Benedikt XVI. sind im Vergleich mit denen der Staatsoberhäupter sehr gemischt.

Das liegt vor allem an der Wahrnehmung Vieler, dass er nicht genug gegen die Missbrauchsskandale unternommen habe, die die katholische Kirche nicht nur während seiner Amtszeit, sondern auch davor und danach erschüttert haben.

In einer Stellungnahme von SNAP, ein Netzwerk für Überlebende sexuellen Missbrauchs durch Priester, wird Benedikt beschuldigt, den Missbrauch ermöglicht zu haben. Er habe sich außerdem mehr Sorgen um den Image- und Geldverlust der Kirche gemacht, als echte Wiedergutmachung bei den Opfern zu leisten.

Vorwürfe gehen bis in seine Zeit als Erzbischof zurück

Tatsächlich werden nicht nur seine Handlungen während seiner Zeit als Papst kritisiert: Anfang 2022 wurde dem damaligen Erzbischof, zu der Zeit als Kardinal Joseph Ratzinger bekannt, in einem von der Erzdiözese München in Auftrag gegebenen Bericht falscher Umgang mit Missbrauchsfällen von Priestern, die unter seiner Führung standen, vorgeworfen.

Benedikt hat eigenes Fehlverhalten stets abgestritten, obwohl er anerkannte, dass sich "Missbrauch und Fehler" ereignet hätten. Dabei hat die Anzahl der Fälle, die im Bericht genannt wird, Viele im Internet schockiert und verärgert: Es wird von 497 Opfern gesprochen, überwiegend Jungen, über die Hälfte zwischen 6 und 14 Jahre alt.

Reichen Amtsenthebungen zur Wiedergutmachung?

Einige rechnen Benedikt an, den Prozess der Bestrafung und Amtsenthebung straftätiger Priester begonnen zu haben, und es ist wahr, dass er häufig davon sprach, den "Dreck" aus der katholischen Kirche zu entfernen.

Dennoch genügt es vielen Opfern nicht, einige Priester wegen Missbrauchs zu feuern, um die Straftaten, die sie erlebt haben, aufzuarbeiten. Für diese Menschen ist der Tod Benedikts kein Moment, ein langes Leben zu feiern, sondern eine Erinnerung an diese tragischen Ereignisse.