70% sind dagegen: Frankreich kämpft um die Rentenreform

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Von Euronews  mit AFP/DPA
Protestmarsch in Marseille zwei Tage vor dem Großkampftag
Protestmarsch in Marseille zwei Tage vor dem Großkampftag   -   Copyright  NICOLAS TUCAT/AFP or licensors

Frankreichs Gewerkschaften laufen sich warm für den landesweiten Großstreik am Donnerstag. Schon an diesem Dienstag gab es Protestmärsche, zum Beispiel in der Hafenstadt Marseille.

Erklärtes Ziel ist, das Land aus Protest gegen die geplante Rentenreform der Regierung zum vollständigen Stillstand zu bringen. Für viele Franzosen ist diese ein rotes Tuch.

Keine andere Wahl

Die von Präsident Macron gewollte Reform sieht vor, das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 Jahre anzuheben und bestehende Sonderregelungen für bestimmte Berufsgruppen abzuschaffen.

Es gebe keine andere Wahl, hatte Premierministerin Élisabeth Borne bei der Vorstellung der Reform vor der Nationalversammlung in der vergangenen Woche argumentiert.

"Die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zur Zahl der Rentner geht zurück. 2005 kamen zwei Erwerbstätige auf einen Rentner. Heute sind es 1,7 und morgen 1,5. Wir müssen also das Gleichgewicht unseres Rentensystems wiederherstellen."

68% gegen Rentenreform - aber nur 51% unterstützen 1. Großkampftag

Für Macron ist die Reform ein Wahlversprechen und das wichtigste Vorhaben seiner zweiten Amtszeit. Ob er es durchsetzen kann, hängt von der Unterstützung durch die Konservativen in der Nationalversammlung ab. Und vom Umfang der Proteste auf der Straße. Der landesweite Streiktag ist ein erster Vorgeschmack.

Einer Ifop-Umfrage vom vergangenen Sonntag zufolge sind 68% der Befragten gegen die Rentenreform und die Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters. Aber nur 51% unterstützen den 1. Großkampftag am 19. Januar.