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Aus Protest gegen die Rentenreform: Landesweite Streiks und Proteste in Frankreich

Demonstrationen in Frankreich gegen die Rentenreform
Demonstrationen in Frankreich gegen die Rentenreform Copyright Michel Spingler/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
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Von Euronews mit APF und dpa
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Die Regierung will das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 anheben. Dagegen regt sich in Frankreich massiver Widerstand. Am Donnerstag gab es landesweite Streiks und Massendemonstrationen.

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In Frankreich haben branchenübergreifende Streiks und Proteste gegen die geplante Rentenreform der Regierung stattgefunden. Etwa eine Million bis eineinhalb Millionen Menschen haben landesweit an den Aktionen teilgenommen.

Die Demonstrierenden lehnen die Pläne der Regierung von Präsident Macron ab, das Renteneintrittsalter von derzeit 62 auf 64 Jahre schrittweise anzuheben. Außerdem soll die Zahl der nötigen Einzahlungsjahre für eine voll Rente schneller steigen. Etliche Einzelsysteme mit Privilegien für bestimmte Berufsgruppen sollen abgeschafft werden.

Am Ende des Protest- und Streiktages zeigten sich die Gewerkschaften zufrieden: "Die heutige Mobilisierung spiegelt den massiven Widerstand wider. Ich glaube, fast 80 % der Menschen sind dagegen, vor allem die Jüngeren. Die heutige Mobilisierung spiegelt also den Widerstand der Bürger dieses Landes gegen diese Reform wider", erklärt Philippe Martinez Chef des Allgemeinen Gewerkschaftsbund CGT.

"Alles muss wieder auf den Tisch", sagt Murielle Guilbert, Gewerkschaftsbund "Solidaires". Das bedeute, eine Umverteilung des Reichtums. "Es gibt Möglichkeiten, die öffentlichen Dienstleistungen und die soziale Sicherungssysteme zu finanzieren, nur will Macron nicht darüber reden, und das ist der Kern des Problems".

Doch Macron dürfte die scharfe Kritik an seiner Rentenreform wohl kaum überhört haben - auch wenn er selbst nicht in Frankreich war, sondern auf einem spanisch-französischen Gipfel im spanischen Barcelona.

Während einer Pressekonferenz sagte Macron: "Es ist eine Reform, die demokratisch vorgelegt und bestätigt wurde, und die vor allem eine gerechte und verantwortungsvolle Reform ist."

Diese Reform ist eins seiner Wahlversprechen gewesen - als er 2017 zum Präsidenten gewählt und 2022 wiedergewählt wurde. Die Gewerkschaften hingegen sehen sie als ungerecht an. Massive Kritik kommt auch von der französischen Linken und den Rechtsnationalen.

Während der Kundgebungen ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften gekommen.

Derzeit liegt das Renteneintrittsalter bei 62 Jahren. Tatsächlich beginnt der Ruhestand im Durchschnitt aber später: Wer nicht lang genug eingezahlt hat, um Anspruch auf eine volle Rente zu haben, arbeitet auch länger. Mit 67 Jahren gilt unabhängig von der Einzahldauer voller Rentenanspruch - dies will die Regierung beibehalten. 

Die monatliche Mindestrente will sie auf etwa 1200 Euro hochsetzen. Für Menschen, die besonders früh angefangen haben zu arbeiten oder deren Arbeitsbedingungen außergewöhnlich hart sind, soll es früher in den Ruhestand gehen.

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