Teuro in Kroatien? Verbraucher fühlen sich geschröpft

Access to the comments Kommentare
Von euronews
Preisschilder in einem Geschäft in Zagreb
Preisschilder in einem Geschäft in Zagreb   -   Copyright  euronews

Am ersten Januar 2002 trat die Eurozone in Kraft, mehr als 20 Jahre ist das nun her. Nicht nur in Deutschland staunten damals viele Verbraucher:innen nicht schlecht. Der Vorwurf damals: Viele Händler und Dienstleister nutzten die Gelegenheit, um mit der Umrechnung Preiserhöhungen nach eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Vom "Teuro" war die Rede. Ein ähnlich böses Erwachen gab es Anfang des Monats in Kroatien.

Zu Beginn des Jahres ist Kroatien der Eurozone beigetreten. Die bisherige Währung Kuna ist Geschichte. Viele Kroatinnen und Kroaten sind überzeugt, dass der Handel den Übergang genutzt hat, um Preiserhöhungen durchzusetzen. Die Umrechnung sei nicht korrekt erfolgt. 

Verbraucher:innen entsetzt

Die Rentnerin Jasna Jankovic aus Zagreb zeigt sich entsetzt: 

"Nüchtern betrachtet ist alles teurer geworden, ja. Ich war gerade einkaufen und die Preise für alle Waren sind gestiegen. Und es wird mal wieder aufgerundet oder hochgesetzt, etwa auf 5 Euro 99. Aber was soll mach tun."

Auch Damar Arbanas, ebenfalls Rentner aus der Hauptstadt, äußert Unverständnis: 

"Wenn ich mir allein das Nötigste ansehe, wie Butter, Brot und Milch - die Preise sind unerträglich jetzt. Das ist nicht das, wovor man uns gewarnt hat. Das sind jetzt zehn bis 20 Prozent mehr."

Händler sagen, die Inflation sei schuld

Die Händler selbst verweisen auf die hohe Inflation, die Regierung hat sich auf die Seite der Verbraucher:innen gestellt und Maßnahmen angekündigt, um Preissteigerungen zu bekämpfen. So soll die Preisgestaltung der Händler und Dienstleister vor Ort unter die Lupe genommen werden.

Zum Beitritt des Landes zum Schengen-Raum und zur Eurozone hatte die Regierung noch gemeinsam mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Zagreb gefeiert. Nun müssen sich die politischen Spitzen mit dem Unmut überforderter und entstetzter Verbraucher:innen auseinandersetzen. 

Experten zufolge haben einige Läden einzelne Preise sogar verdoppelt. Angekündigt worden sei die Umrechnung von 7,53 Kuna in einen Euro.