"Geschätzter Genosse": Linke trauern um Hans Modrow (†95)

Ex-DDR-Ministerpräsident Hans Modrow mit 95 verstorben
Ex-DDR-Ministerpräsident Hans Modrow mit 95 verstorben Copyright Arne Dedert/AP1990
Von Euronews mit dpa, AP
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Der Ex-DDR-Ministerpräsident Hans Modrow ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Viele Politiker der Linken teilen ihre Reaktionen.

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"Mein geschätzter Genosse Hans Modrow ist im Alter von 95 Jahren verstorben. Seiner Familie mein herzliches Beileid! Hans war ein zutiefst aufrichtiger und kämpferischer Sozialist. Bis ins hohe Alter war er ein wichtiger Ratgeber in unserer Partei, dessen Klugheit fehlen wird." Das schreibt Linken-Politiker Dietmar Bartsch an diesem Samstag auf Twitter.

Und Gregor Gysi kommentiert den Tod des letzten DDR-Ministerpräsidenten der Staatspartei SED mit den Worten: "Der Tod von Hans Modrow trifft mich sehr. Über Jahre haben wir zusammen gewirkt. Er spielte eine extrem wichtige Rolle bei der Umwandlung der SED zur PDS. Als vorletzter Ministerpräsident der DDR hat er Großartiges geleistet."

Gysi schreibt auch, dass die friedliche Wende gerade auch Modrow zu verdanken sei, mit dem ihn eine jahrelange Freundschaft verbinde.

Für Bürgerinnen und Bürger der DDR verantwortlich

Bis zuletzt fühlte sich Hans Modrow für die Bürgerinnen und Bürger der ehemaligen DDR verantwortlich. Auch als überzeugter Sozialist galt er als Mann mit ein wenig kritischer Distanz zur Obrigkeit - sogar zu SED-Zeiten.

Andererseits hat Modrow nie sein Bedauern über den Tod der Menschen ausgedrückt, die an der Mauer der DDR gestorben sind. Und er distanzierte sich weder von Russland noch von Kuba.

Vor der deutschen Einheit hatte Modrow versucht, einen neutralen Status des Landes zu erreichen.

Nach der Wiedervereinigung war Hans Modrow auch Europa-Abgeordneter und beriet weiter die Linke. Er galt als ein Urgestein der Partei.

Die NZZ beschreibt das Büro des Politikers in Berlin als "eine andere Welt" und nennt Modrow "uneinsichtig bis zum Ende".

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