Mehr als 250 Menschen wurden mit einem von Lufthansa durchgeführten Flug aus Oman nach Deutschland gebracht. Angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten plant die Bundesregierung weitere Flüge für besonders verletzliche Gruppen.
In Frankfurt am Main ist am Donnerstagmorgen ein Evakuierungsflug aus dem Nahen Osten gelandet. Die Maschine setzte gegen 7:40 Uhr auf. Der Flieger war zuvor gegen Mitternacht in Maskat, der Hauptstadt Omans, abgehoben.
An Bord des von der Lufthansa ausgeführten Fluges waren nach Angaben des Auswärtigen Amts mehr als 250 Menschen, darunter vor allem Kinder, Schwangere, Kranke und ältere Menschen. Die Bundesregierung hatte zuvor angekündigt, sich auf vulnerable Gruppen zu konzentrieren.
Weitere Evakuierungen geplant
Nach Angaben des Auswärtigen Amts sind derzeit mehr als 30.000 Menschen aus Deutschland im Nahen Osten – zumindest haben sich so viele in die Krisenvorsorgeliste Elefand eingetragen.
Die tatsächliche Zahl deutscher Staatsangehöriger in der Region dürfte jedoch "deutlich höher“ liegen, wie das Außenministerium mitteilte.
Da der Luftraum in der Region wegen der Raketenangriffe seitens Iran, Israel und den USA aktuell gesperrt ist, können Touristen und deutsche Staatsbürger, die sich dort aufhalten, nur schwer selbst nach Hause kommen. Grundsätzlich sieht die Bundesregierung in diesem Fall Reiseveranstalter und Fluglinien in der Pflicht, ihre Kunden zurückzubringen.
Dennoch sind weitere Evakuierungsflüge geplant. Die Rückholaktionen sind laut Außenminister Wadephul jedoch zunächst nur für besonders verletzliche Gruppen vorgesehen.
Geplant seien gecharterte Maschinen in die Hauptstädte von Saudi-Arabien und Oman – Riad und Maskat. Für Donnerstag und Freitag kündigte die Bundesregierung zwei weitere Evakuierungsflüge an – wieder jeweils von Maskat nach Frankfurt, pro Flug mit rund 200 Personen an Bord.
Regulärer Luftverkehr weiterhin ausgesetzt
Die Luftraumsperrungen im Nahen Osten dauern voraussichtlich noch bis zum Ende der Woche an.
Die irakische Zivilluftfahrtbehörde kündigte an, den Luftraum bis Samstag geschlossen zu halten. Auch die Lufträume von Bahrain, Kuwait und Katar bleiben nach Angaben vor Ort weiterhin gesperrt.
Lediglich die Vereinigten Arabischen Emirate hatten den Flugverkehr nach einer vorübergehenden Aussetzung in begrenztem Umfang wieder aufgenommen, um gestrandeten Passagieren die Ausreise zu ermöglichen.
Auch die Airlines passen sich der Lage an: Bis einschließlich 8. März werde der Luftraum über Israel, Libanon, Jordanien und Irak nicht von den Fluglinien der Lufthansa-Gruppe genutzt, teilte der Konzern mit. Auch Katar, Kuwait, Bahrain, ein Teil von Saudi-Arabien sowie der Iran selbst seien von dieser Vorsichtsmaßnahme betroffen.
Zudem werde der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate bis einschließlich 4. März nicht genutzt.
Die Fluggesellschaft Emirates setzte am Mittwoch alle planmäßigen Flüge von und nach Dubai aufgrund der Luftraumsperrungen in der Region bis Samstagnacht aus. Ein begrenzter Flugplan bleibe jedoch bestehen.
Qatar Airways kündigte an, am Freitag ein weiteres Update zur Lage zu veröffentlichen. Die Regierung in Doha hatte zuvor mitgeteilt, dass mehr als 8.000 Menschen im Land festsitzen, weitere befänden sich auf Kreuzfahrtschiffen.