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Hetze gegen schnelle 3-Monats-Visa für Erdbeben-Opfer aus Türkei und Syrien

Überlebende des Erdbebens in der Türkei
Überlebende des Erdbebens in der Türkei Copyright Petros Giannakouris/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Copyright Petros Giannakouris/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Von Euronews
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Die Bundesregierung will Familien in Deutschland, die ihre Angehörigen aus den Erdbeben-Gebieten in der Türkei und in Syrien zu sich holen wollen, mit der Vergabe schneller Visa helfen.

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Die deutsche Regierung will Familien helfen, die ihre Angehörigen aus den Erdbebengebieten in der Türkei und in Syrien zu sich nach Deutschland holen wollen. Doch auch die Hetze gegen dieses Hilfsprogramm ist bereits angelaufen.

"Visaverfahren so unbürokratisch wie möglich"

Außenministerin Annalena Baerbock kündigte an, dass eine Task Force gebildet werde, deren Ziel es ist, Visaverfahren für Betroffene so unbürokratisch wie möglich zu machen. "Wir haben in der Türkei Personal an Auslandsvertretungen verstärkt und Kapazitäten umgeschichtet. Als Bundesregierung wollen wir helfen, dass Familien in Deutschland Angehörige, die vom Erdbeben betroffen sind, vorübergehend bei sich aufnehmen können, wenn sie kein Dach mehr über dem Kopf haben oder medizinische Behandlung brauchen."

Innenministerin Nancy Faeser erklärte zu der Aktion, die zwischen dem Außen- und dem Innenministerium koordiniert wird, es gehe um Hilfe für Menschen in Not. "Sie können bei uns Obdach finden und medizinisch behandelt werden. Mit regulären Visa, die schnell erteilt werden und drei Monate gültig sind.", wie Faeser auch auf Twitter schrieb.

Menschen, die aus der Türkei oder aus Syrien nach Deutschland einreisen wollen, brauchen - auch wenn sie Familienangehörige haben, die in Deutschland leben, ein Visum. Die Vergabe dieser Visa dauert oft Wochen.

In den sozialen Medien hatten viele in Deutschland lebende Angehörige von Erdbebenopfern darum gebeten, durch das Erdbeben obdachlose Familienmitglieder aufnehmen zu dürfen.

Die Grüne Bundestagsabgeordnete Lamya Kaddor berichtet, wie es ihren Familienmitgliedern im Norden von Syrien ergeht. Ihr Cousin arbeitet dort als Chirurg unter dramatischen Bedingungen. Und sie bittet um Spenden für die Menschen im Erdbebengebiet.

Auch die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg Muhterem Aras hatte sich für die unbürokratishe Aufnahme der Familienangehörigen aus den Erdbebengebieten eingesetzt.

Hetze gegen das Hilfsprogramm

Nicht nur AfD-Politiker hetzen in den sozialen Medien gegen die Aufnahme-Pläne. 

Auch die BILD-Zeitung titelt: "Können wir wirklich noch mehr Flüchtlinge aufnehmen?" Auf dem Foto ist eine Frau auf einem behelfsmäßigen Friedhof im Erdbebengebiet in der Türkei zu sehen.

Der Abgeordnete Orkan Özdemir spricht von "Stimmungsmache", die er "nur noch verachtend und verletzend" findet. Schließlich geht es darum, Verwandte vorübergehend aufzunehmen.

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