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"Historisch": UN-Staaten einigen sich auf Abkommen zum Schutz der Meere

Künftig sollen mindestens 30 Prozent der Weltmeere als Schutzgebiet ausgewiesen werden.
Künftig sollen mindestens 30 Prozent der Weltmeere als Schutzgebiet ausgewiesen werden. Copyright AP Photo
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Von Euronews mit dpa, afp
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Mitgliedsstaaten der UNO haben sich auf ein Abkommen zum Schutz der Hochsee verständigt. Umweltschützer feiern es als "historisch".

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Die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben sich auf ein Abkommen zum Schutz der Meere geeinigt. Umweltaktivisten loben es als "historisch".

Durchbruch nach 15 Jahren Verhandlungen

Seit 15 Jahren rang die Welt um ein Abkommen zum Schutz der Weltmeere. Nun gab es bei Marathonverhandlungen in New York einen Durchbruch - trotz mächtiger Wackelkandidaten. "Das Schiff hat das Ufer erreicht", sagte die Leiterin der UN-Konferenz, Rena Lee, am Samstagabend.

Greenpeace sprach von einem "historischen Tag für den Naturschutz". Die Einigung sei ein Zeichen dafür, dass in einer zerstrittenen Welt der Schutz der Natur und der Menschen über die Geopolitik triumphieren könne.

Bevor es formell beschlossen werden kann, muss das Abkommen noch von Juristen geprüft werden. Eine Wiederaufnahme der Verhandlungen ist ausgeschlossen.

Alle Details des Abschlusspapiers sind noch nicht bekannt. Klar ist: Künftig sollen mindestens 30 Prozent der Weltmeere als Schutzgebiete ausgewiesen werden. Zudem wurde ein Verfahren festgelegt, um wirtschaftliche Projekte, Expeditionen und andere Aktivitäten in den Meeren auf ihre Umweltverträglichkeit hin zu prüfen. 

Außerdem soll das Abkommen die biologische Vielfalt auf Hoher See unter international verbindlichen Schutz stellen. Zwei Drittel der Ozeane gehören zur Hochsee und sind damit weitgehend rechtsfreier Raum.

Festlegung von Schutzgebieten umstritten

Besonders gestritten wurde bei den komplizierten Verhandlungen der fünften Konferenz zwischen den UN-Mitgliedstaaten in New York über die Frage, wie künftig festgelegt werden soll, welche Teile der Hochsee als Schutzgebiet definiert werden. 

Vor allem China und Russland pochten Diplomatinnen und Diplomaten zufolge darauf, dass dies einstimmig geschehen müsse - dann hätte ein einzelnes Land jede Entscheidung blockieren können. Das wurde nun offenbar umgangen: Aus Diplomatenkreisen verlautete in der Nacht zum Sonntag, dass die Schutzgebiete bereits mit einer Dreiviertel-Mehrheit der Mitgliedstaaten festgelegt werden können sollen.

Streitpunkt: Wie mögliche Gewinne durch Forschung verteilen?

Ein weiterer Schlüsselkonflikt drehte sich um potenziell ertragreiche Forschungserkenntnisse, von denen niemand weiß, ob sie jemals Realität werden: Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen erhoffen sich durch den Fund bislang unbekannter Lebewesen in der kaum erforschten Tiefsee und deren Erbgut Durchbrüche zum Beispiel in der Medizin. Sollte es tatsächlich zu fundamentalen Fortschritten kommen, ließe sich daraus wohl großer Profit schlagen.

Bei dieser Frage rangen die Länder des sogenannten Globalen Südens vor allem mit den führenden Industriestaaten im Norden. Da die größten Volkswirtschaften auch die meisten der erhofften Erträge auf sich vereinen dürften, wurde ein Mechanismus für Ausgleichszahlungen an ärmere Länder eingerichtet. Der Kompromiss sieht  jährliche Pauschalzahlungen seitens der Industrieländer vor.

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