Mit einem Fuß in der NATO: Finnland baut neuen eisernen Vorhang an der Grenze zu Russland

Grenzschutzbeamter am Zaun zwischen Finnland und der Russischen Föderation nahe des Grenzübergangs Pelkola
Grenzschutzbeamter am Zaun zwischen Finnland und der Russischen Föderation nahe des Grenzübergangs Pelkola Copyright ALESSANDRO RAMPAZZO/AFP or licensors
Von Euronews mit AFP/DPA
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Insgesamt will Finnland rund 200 Kilometer Grenze zu Russland verstärken und sieht dafür Kosten in Höhe von rund 380 Mio. Euro vor. Es soll der längste europäische Grenzabschnitt zwischen der NATO und der Russischen Föderation werden.

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Entlang der mehr als 1.300 Kilometer langen Grenze zwischen dem baldigen NATO-Mitgliedsstaat Finnland und Russland hat der Bau eines Grenzzauns begonnen. Bis 2025 soll der Großteil der Absperrung stehen.

Insgesamt will Finnland rund 200 Kilometer Grenze zu Russland verstärken und sieht dafür Kosten in Höhe von rund 380 Mio. Euro vor. Es soll der längste europäische Grenzabschnitt zwischen der NATO und der Russischen Föderation werden.

Der Krieg in der Ukraine war ein Wendepunkt

Selbst zu Zeiten des Kalten Krieges gab es keinen solchen Zaun: Das nordische Land musste nach seiner Niederlage gegen die UdSSR nach dem Zweiten Weltkrieg eine erzwungene Neutralität unter den Augen Moskaus einhalten.

Doch mehr als ein Jahrhundert nach seiner Unabhängigkeit von Russland und 28 Jahre nach seinem Beitritt zur Europäischen Union schlägt das nordische Land mit 5,5 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 337.000 km2 ein neues Kapitel auf.

Finnland hat ebenso wie Schweden um den NATO-Beitritt gebeten. Der Krieg in der Ukraine war ein Wendepunkt. Während der Antrag Schwedens bislang am türkischen Widerstand scheitert, gab es für Finnland grünes Licht.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die zeitnahe Ratifizierung seines Landes angekündigt - Finnlands Weg in die NATO scheint somit nicht mal ein Jahr nach Antragstellung frei.

Längster europäischer Grenzabschnitt zwischen NATO und Russischer Föderation

Mit dem finnischen Beitritt wird sich die Außengrenze des westlichen Verteidigungsbündnisses Richtung Russland mehr als verdoppeln: Zu den fast 1000 Grenzkilometern in den NATO-Staaten Estland, Lettland, Litauen und Polen sowie knapp 200 weiteren im hohen Norden Norwegens kommen nun satte 1340 Kilometer hinzu.

In der Grenzregion ist man sich bewusst, dass ein solcher Zaun weder einen neuen Eisernen Vorhang darstellen wird noch russische Panzer stoppen würde.

Darum geht es auch nicht. Der Zaun werde vor allem Grenzpatrouillen zwischen den Übergängen zugutekommen, die die Gegend zu Fuß, per Quad, Ski oder Schneemobil überwachten, sagt Markus Haapasaari vom Südostfinnischen Grenzschutz. "Dieser Zaun wird uns beim Einsetzen unserer Ressourcen helfen. Wir können nicht rund um die Uhr an der ganzen Grenze patrouillieren."

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