"Die Wut wird nicht verschwinden": Proteste gegen Frankreichs Rentenreform

Ausschreitungen bei Protesten gegen die Rentenreform in Frankreich
Ausschreitungen bei Protesten gegen die Rentenreform in Frankreich Copyright AP Photo
Copyright AP Photo
Von Anelise Borges
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Den ganzen Tag über gingen Demonstrant:innen am Donnerstag in den großen Städten Frankreichs auf die Straße.

WERBUNG

Den ganzen Tag über gingen Demonstrant:innen am Donnerstag in den großen Städten Frankreichs auf die Straße, um erneut gegen die von Emmanuel Macrons Regierung geplante Reform des Rentensystems zu demonstrieren. Sie sieht unter anderem vor, das Rentenalter hierzulande von 62 auf 64 Jahre anzuheben.

Der 11. Aktionstag gegen das geplante Gesetz begann bei den Büros des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, ein Zeichen, so die Demonstrant:innen, einer neuen Strategie und Entschlossenheit, die französische Regierung zum Einlenken zu bewegen.

"Es ist ein Kräftemessen. Das Problem der Regierung ist, dass wir nicht wissen, warum sie diese Reform, die wirklich nicht gerechtfertigt ist, die keine Existenzberechtigung hat, die buchhalterisch anekdotisch ist, zum Eckpfeiler ihrer fünfjährigen Amtszeit gemacht hat. Und damit hat sich Macron auf einen Kampf eingelassen, der für ihn von vornherein verloren ist. Denn die Wut, die er nicht nur auf die Reform, sondern auch auf den antidemokratischen Prozess, die Unterdrückung und die Drohung mit der Auflösung der Regierung ausgelöst hat. Jeden Tag überschreitet er eine neue Grenze, und diese Wut wird sich nicht verflüchtigen. Sie wird nicht verschwinden", erklärt eine der Demonstrant:innen.

Die Wut zeigte sich auch in gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. So wie hier in Nantes, in Westfrankreich. Berichte über verletzte Polizist:innen und festgenommene Demonstrant:innen signalisierten, dass der jüngste soziale Kampf des Landes noch lange nicht vorbei ist.

Und während dieses Patt andauert, werden alle Augen auf den französischen Verfassungsrat gerichtet sein, der die Macht hat, Teile oder das gesamte Reformpaket zu streichen. Die Bedingung, die die Demonstrant:innen gestellt haben, damit sie zur Arbeit zurückkehren und Ruhe auf die Straßen Frankreichs einkehrt.

Anelise Borges berichtet aus Paris für Euronews.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Nicht unumstritten: Macron empfängt saudischen Kronprinzen im Elysee-Palast

Mona Lisa streikt gegen die Rentenreform - Louvre bleibt geschlossen

5 Jahre: Die besten Bilder des Wiederaufbaus der Pariser Kathedrale Notre Dame