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Ehemalige schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon wieder frei

Nicola Sturgeon
Nicola Sturgeon Copyright Jacquelyn Martin/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.
Copyright Jacquelyn Martin/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.
Von Christoph Debets mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die schottische Ex-Regierungschefin Nicola Sturgeon wurde in Gewahrsam genommen und von Ermittlern als Verdächtige im Zusammenhang mit den laufenden Untersuchungen befragt, kam nach etwas mehr als sieben Stunden aber wieder auf freien Fuß.

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Als langjährige schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon muss sich unangenehmen Fragen von Ermittlern zu den Finanzen ihrer Partei stellen.

Bei den seit Juli 2021 laufenden Ermittlungen geht es um eine mögliche Zweckentfremdung von Spenden in Höhe von knapp 667 000 Pfund (rund 780 000 Euro), die für die Unabhängigkeitskampagne der SNP vorgesehen waren. 

Formelle Anschuldigungen seien nicht gegen sie erhoben worden, die Ermittlungen dauerten aber weiter an, so die schottische Polizei. 

Eine Sprecherin der Politikerin hatte die Festnahme zuvor bestätigt und betont, Sturgeon habe stets klargemacht, dass sie bei den Ermittlungen kooperieren werde, wenn ihre Mitwirkung nötig sei. Dies werde sie weiterhin tun.  Auch von Seiten der SNP hieß es, man kooperiere vollständig mit den Behörden.

Sturgeon ist die dritte hochrangige Person, die zum Verhör musste: Bereits im April war zunächst ihr Ehemann Peter Murrell festgenommen worden, der lange Jahre für die Finanzen der SNP verantwortlich gewesen war. Zwei Wochen später wurde auch SNP-Schatzmeister Colin Beattie verhört. Er trat kurz darauf von seinem Amt zurück. 

Wie Sturgeon kamen beide später wieder frei, ohne dass Anschuldigungen gegen sie erhoben wurden. Die Behörden durchsuchten auch eine Reihe von Grundstücken, darunter das Haus von Sturgeon und Murrell sowie die Parteizentrale der SNP in Edinburgh.

Mitte Februar hatte Sturgeon nach mehr als acht Jahren überraschend ihren Rückzug von der Partei- und Regierungsspitze angekündigt. Damals gab es bereits Vorwürfe gegen ihren Ehemann. Sie beteuerte aber, nicht aus Druck zurückzutreten, sondern weil sie "mit Herz und Verstand" wisse, dass es der richtige Zeitpunkt dafür sei.

Neuer Partei- und Regierungschef ist seit Ende März Sturgeons 38 Jahre alter Vertrauter Humza Yousaf. Sturgeon ist weiterhin Abgeordnete für den Wahlkreis Glasgow Southside.

Politisch betrachtet bedeutet Sturgeons Festnahme einen schweren Schlag für die SNP. Yousaf habe versucht, den Fokus weg von Festnahmen und polizeilichen Ermittlungen und wieder hin zu Politik und Visionen der Partei zu richten, analysierte etwa BBC-Korrespondent Nick Eardley.

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