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Nach 60 Jahren Betrieb und Minibeben: Niederlande schließen Gasfeld Groningen

Protest gegen die Gasförderung (2018)
Protest gegen die Gasförderung (2018) Copyright Peter Dejong/AP Photo
Copyright Peter Dejong/AP Photo
Von Euronews mit DPA
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Grund sind die großen Schäden durch zahlreiche Mikrobeben und Erschütterungen. Besorgte Anwohner und eine Bürgerinitiative hatten für die Schließung gekämpft.

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Die niederländische Regierung hat das Datum für die Schließung der Gasförderanlage in Groningen, eine der größten Europas, festgelegt: Zum 1. Oktober wird die Förderung eingestellt, nach 60 Jahren Betrieb. eine historische Entscheidung.

Grund sind die großen Schäden durch zahlreiche Mikrobeben und Erschütterungen. Besorgte Anwohner und eine Bürgerinitiative hatten für die Schließung gekämpft. Bis heute wurden mehr als 267 000 Schäden infolge der seismischen Tätigkeit infolge der Gasförderung gemeldet.

"Wir drehen den Hahn echt zu"

"Wir drehen den Hahn echt zu", erklärte der zuständige Staatssekretär Hans Vijlbrief. "Die Probleme der Einwohner von Groningen sind noch nicht gelöst und leider werden die Beben voraussichtlich noch einige Jahre anhalten, aber die Quelle ihres Unglücks wird ab Oktober geschlossen."

Genau genommen wird das Groninger Gasfeld noch bis 2024 als Notreserve für Engpässe erhalten bleiben. Erst dann weden die Förderanlagen abgebaut.

Die Schließung war bereits 2018 angekündigt worden, doch wegen der Energiekrise als Folge des Ukrainekrieges war die Gasproduktion verlängert worden.

"Einzigartiges Systemversagen"

Im Februar hatter der Bericht eines parlamentarischen Ausschusses der niederländischen Regierung schwere Vorwürfe bei der Handhabung der Gasförderung in der Region Groningen gemacht. Der Staat und die Ölkonzerne Shell und Exxon Mobil hatten die Sicherheit der Bürger jahrzehntelang systematisch missachtet. "Geld war wichtiger als Sicherheit und Gesundheit". 

Regierung und Ölkonzerne räumten Fehler ein. Im April sagte die Regierung den geschädigten Regionen 22 Milliarden Euro Entschädigung zu.

Vom Segen zum Alptraum

Die Gasförderung in Groningen war von einem Segen zum Alptraum geworden. Das Erdgasfeld war 1959 entdeckt worden und machte die Niederlande nach Norwegen zum größten Erdgasproduzenten Europas. 

In 60 Jahren wurden mehr als 2300 Milliarden Kubikmeter gefördert, davon etwa die Hälfte für den Export, auch nach Deutschland. Der Staat verdiente gut daran: mehr als 360 Milliarden Euro, die beteiligten Öl-Gesellschaften Shell und Exxon Mobil rund 66 Milliarden Euro.

Doch die Produktion führte über die Jahre zu rund 1600 Erdbeben. Zehntausende Gebäude wurden schwer beschädigt, rund 100 000 Menschen waren betroffen. In den letzten Jahren herrschte vor allem Wut und Verzweiflung bei den Bürgern, die nach Jahren noch immer nicht entschädigt wurden.

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