Niger: Hunderte Anhänger feiern die neuen Militärmachthaber

Bürger:innen von Niger haben die neuen Militärmachthaber des Landes gefeiert.
Bürger:innen von Niger haben die neuen Militärmachthaber des Landes gefeiert. Copyright AP Photo
Von Euronews
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Am Unabhängigkeitstag von Niger haben Bürger:innen die neuen Militärmachthaber des Landes gefeiert. Gut eine Woche nach dem Staatsstreich bleiben die Putschisten und ihre Anhänger hartnäckig.

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Am Unabhängigkeitstag von Niger haben Bürger:innen die neuen Militärmachthaber des Landes gefeiert.Gut eine Woche nach dem Staatsstreich bleiben die Putschisten und ihre Anhänger hartnäckig. 

Die Nachbarländer haben ihnen eine Frist bis zum 6. August gesetzt, um den gestürzten Präsidenten Mohamed Bazoum wieder einzusetzen. Hunderte Anhänger des neuen Regimes demonstrierten in der Hauptstadt Niamey. Sie signalisierten ihre Unterstützung für De-Facto-Präsident Abdourahamane Tiani und seine Junta.

Überraschend seien die Demonstrationen nicht, sagt Olaf Bernau vom Migrations-Netzwerk Afrique-Europe-Interact: Die Putschisten hätten es binnen einer Woche geschafft, ein "nationalistisches Feuer" in der Bevölkerung zu entfachen. Grund dafür sei zu einem Teil auch die Migrationsstrategie der EU im Niger.

Seit mehreren Jahren erhält der Niger finanzielle Unterstützung zur Einschränkung der Migration nach Europa. Viele Migranten seien dadurch in dem Land gestrandet. Seit 2015 stellt ein Gesetz im Niger illegale Migration und deren Unterstützung unter Strafe.

Westafrikanischen Staaten wollen Demokratie in Niger wiederherstellen

Doch die Mehrheit der westafrikanischen Staaten will die Demokratie in Niger wiederherstellen. Bei einem Treffen drohten sie mit einem militärischen Eingreifen und zogen damit den Zorn des Putschistenführers General Abdourahmane Tchiani auf sich. 

"Sie wollen die Verteidigungs- und Sicherheitskräfte von Niger, Niger selbst und seine Bevölkerung demütigen", so Tchiani. "Ihre wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen wurden absichtlich so konzipiert, dass sie zu einer weiteren Verarmung unserer Bevölkerung führen, Arbeitsplätze vernichten und das tägliche Leben der Nigrer negativ beeinflussen."

Diese Sanktionen haben möglicherweise schon jetzt schlimme Folgen. Auf einem Markt in Niamey sagen die Menschen, dass die Preise bereits gestiegen sind.

Frankreich hat die Evakuierung französischer und europäischer Bürger:innen abgeschlossen. 1.079 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, teilte das Außenministerium in Paris auf Twitter mit. Neben 577 Franzosen und deren Angehörigen seien auch Menschen zahlreicher anderer Nationalitäten evakuiert worden.

Auch 60 deutsche Staatsangehörige sind mit den französischen Evakuierungsflügen außer Landes gebracht worden. Derzeit halte sich neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der deutschen Botschaft und den Angehörigen der Bundeswehr noch eine niedrige zweistellige Zahl Deutscher im Niger auf.

Andere westliche Länder ergreifen ähnliche Maßnahmen. Die USA und Großbritannien wollen Botschaftspersonal abziehen.

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