Lawrow und Kim streben "zukunftsorientierte" Beziehung an

Russlands Außenminister ist zu Gast in Pjöngjang
Russlands Außenminister ist zu Gast in Pjöngjang Copyright AFP PHOTO / Russian Foreign Ministry / handout
Von Euronews mit AP, dpa
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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un erklärte, dass er eine "zukunftsorientierte" Beziehung zu Russland aufbauen wolle.

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Bei seinem Besuch in Pjöngjang hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Freundschaft zwischen beiden Ländern bekräftigt. Der jüngste Besuch zeige, dass die beiden Länder "eine qualitativ neue und strategische Ebene erreicht haben", wurde Lawrow von russischen Agenturen zitiert. 

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA, dass er eine "zukunftsorientierte" Beziehung zu Russland aufbauen wolle.

"Zukunfsorientierte" Beziehung zu Russland

Bei seiner Visite prangerte der Chefdiplomat die "gefährliche" Militärpolitik der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten gegenüber Nordkorea an: "Wie unsere nordkoreanischen Freunde sind auch wir sehr besorgt über die Intensivierung der militärischen Aktivitäten der Vereinigten Staaten, Japans und Südkoreas in der Region und über die Politik Washingtons", wurde Lawrow von russischen Nachrichtenagenturen zitiert. Die US-Amerikaner bauten "strategische Infrastrukturen", einschließlich nuklearer Elemente auf.

Trilaterales Verteidigungsbündnis ärgert Russland

Nach einer Rekordzahl von Raketen- und Waffentests Nordkoreas hatte Seoul das Militärbündnis mit den USA und Japan gestärkt. Seoul und Washington haben gemeinsame Militärübungen abgehalten, und ein US-Atom-U-Boot hat im Juli zum ersten Mal seit Jahrzehnten einen südkoreanischen Hafen angelaufen.

Ein amerikanischer B-52-Bomber, der einen nuklearen Sprengkopf tragen kann, ist derzeit etwa 100 Kilometer südlich von Seoul abgestellt. An diesem Wochenende werden nach südkoreanischen Angaben erneut trilaterale Militärübungen stattfinden.

Ein Treffen zwischen Kim und Putin im September hat die Annährung zwischen Russland und Nordkorea beschleunigt. Dies hat im Westen die Befürchtung genährt, dass Pjöngjang Moskau mit Waffen für den Krieg in der Ukraine beliefert.

Die Vereinigten Staaten behaupten, dass die Lieferungen bereits im Gange seien. Nordkorea habe in den letzten Wochen mehr als 1.000 Container mit militärischer Ausrüstung und Munition an Russland geliefert.

Im Gegenzug wolle Pjöngjang russische Militärausrüstung und "hochentwickelte Technologien", erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby, gegenüber Journalist:innen. 

Lawrow auf Kuschelkurs

Lawrow, der am Donnerstagmorgen Kränze an den Denkmälern der früheren nordkoreanischen Führer Kim Il Sung und Kim Jong Il niederlegte, war am Vortag in Pjöngjang eingetroffen, nachdem er den russischen Präsidenten auf einer Reise nach Peking begleitet hatte.

Bei einem Willkommensessen lobte er die Unterstützung Pjöngjangs für die russische Militäroffensive in der Ukraine.

Die Visite des Chefdiplomaten ebnet den Weg einer möglichen Reise von Präsident Wladimir Putin in das bislang weitgehend isolierte Land.

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