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Präsidentenwahl in Argentinien: Entscheidung zwischen radikalem Kahlschlag und Durchwursteln

Der Wahlkampf in Argentinien wurde von Wirtschaftsthemen beherrscht.
Der Wahlkampf in Argentinien wurde von Wirtschaftsthemen beherrscht. Copyright JUAN MABROMATA/AFP or licensors
Copyright JUAN MABROMATA/AFP or licensors
Von euronews mit dpa
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35 Millionen Menschen haben in Argentinien heute die Wahl: wollen sie einen neuen Präsidenten, der einen radikalen Wandel verspricht, oder lieber einen, der für ein "Weiter-so" steht?

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In Argentinien wird heute ein neuer Präsident gewählt.

Bei der Stichwahl tritt Wirtschaftsminister Sergio Massa von den regierenden Peronisten

gegen den libertären Populisten Javier Milei an. In den jüngsten Umfragen lagen die beiden fast gleichauf. Rund 35 Millionen Menschen sind zur Wahl aufgerufen. Es herrscht Wahlpflicht.

Wichtigstes Wahlthema ist die Wirtschaft Argentinien steckt in einer tiefen Krise.

Die Inflationsrate liegt bei über 140 Prozent.

Genau diese Zahl ist das größte Problem von Massa. Er ist als Wirtschaftsminister zumindest mitverantwortlich dafür, dass es der Wirtschaft und damit den Menschen so schlecht geht. Und dass sie mit soviel Argwohn auf Versprechungen von ihm und seiner Regierung schauen.

Milei hat es da einfach: er nennt Steuern "Diebstahl" und verspricht einen stark verschlankten Staat. Sein Denken nennt er "Anarchokapitalismus" und er will den Staat radikal verschlanken. Zum Vorbild dürften ihm Länder wie Chile oder Neuseeland dienen, auf jeden Fall aber will er weg vom staatstragenden und -gläubigen Denken der Peronisten.

Dollar statt Peso

Dabei fallen seine Thesen auch deshalb auf fruchtbaren Boden, weil die Peronisten seit Jahren in Argentinien an der Macht sind und das Land aber nicht in sichere Fahrwasser gebracht haben. 

Milei will den US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel einführen, die Zentralbank sowie viele Ministerien abschaffen und die Sozialausgaben radikal kürzen. "Niemand mit so extremen Ansichten in Wirtschaftsfragen ist je zum Präsidenten eines südamerikanischen Landes gewählt worden", sagte der Ökonom Mark Weisbrot vom US-Forschungsinstitut Center for Economic and Policy Research. 

"Er erkennt kaum eine legitime Rolle der Regierung in einigen der wichtigsten Politikbereiche an, die die meisten Menschen als notwendig für eine demokratische, humane und stabile Gesellschaft ansehen."

Die von Milei geplante Radikalkur kommt vor allem bei jungen Leuten gut an. Viele kennen nur ein Leben im ständigen Krisenmodus, sind vom politischen Establishment enttäuscht und wollen endlich einen Neuanfang.

Regierungskandidat Massa hingegen dürfte die bisherige Politik mit massiven Eingriffen des Staates in die Wirtschaft und umfangreichen Sozialprogrammen grundsätzlich fortsetzen. 

Sozialausgaben als Wahlkampfhilfe

Zuletzt griff er tief in die Staatskasse, um die Wähler bei Laune zu halten. Er ordnete massenhafte Neueinstellungen im öffentlichen Dienst an, genehmigte höhere Freibeträge bei der Einkommensteuer und gewährte Einmalzahlungen für Angestellte und Pensionäre. 

Medienberichten  zufolge pumpte Massa in den vergangenen Monaten umgerechnet mehrere Milliarden Euro in die Wirtschaft, rund 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

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