Nach fünf Tagen Führungschaos: Sam Altman kehrt zurück als CEO von OpenAI

Sam Altman ist wieder CEO von OpenAI.
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Von Euronews mit DPA
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Erst am Freitag war Sam Altman als Chef von OpenAI entlassen worden. Nun hat das Unternehmen die Rückkehr des CEOs angekündigt. Das Kräfteverhältnis im Unternehmen dürfte sich jetzt zu Altmans Gunsten verschieben.

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Sam Altman kehrt an die Spitze des ChatGPT-Entwicklers OpenAI zurück. Erst vor fünf Tagen war der Mitgründer des Unternehmens überraschend vor die Tür gesetzt und von Microsoft aufgenommen worden.

OpenAI drohte ein dramatischer Aderlass

Daraufhin drohten rund 90 Prozent der OpenAI-Beschäftigten, ihm zu folgen. Die Abwanderung von etwa 700 der 770 Mitarbeiter:innen hätte für das Unternehmen das Aus bedeuten können. Parallel wäre Microsoft seinem Konkurrenten damit wohl davongelaufen. Um diese Entwicklung zu verhindern, gab der bisherige Aufsichtsrat den Rücktrittsforderungen nach.

In einem Post auf der Plattform X kündigte das Unternehmen jetzt an, dass Altman als CEO zurückkehren werde.

Die Hintergründe der Entlassung

Offiziell hatte der Verwaltungsrat die Entlassung damit begründet, dass man das Vertrauen in Altman verloren habe, weil er nicht aufrichtig in seiner Kommunikation mit dem Aufsichtsgremium gewesen sei.

2015 wurde OpenAI als Non-Profit-Unternehmen gegründet mit dem Ziel, Künstliche Intelligenz mit offenen Modellen zu entwickeln. Schnell wurde klar, dass Spenden allein nicht ausreichen würden, um das Unternehmen zu finanzieren.

Deshalb wurde eine gewinnorientierte Firma mit Altman an der Spitze gegründet, die dem Verwaltungsrat unterstellt wurde. Dieser sollte kontrollieren, dass die Firma der ursprünglichen Mission von OpenAI folgen würde.

Medienberichten zufolge befand der Rat Altmans Innovationen für zu schnell, zu unverantwortlich und zu kommerziell.

Verwaltungsrat wird neu aufgestellt

Der Verwaltungsrat, der für die Entlassung verantwortlich war, wird neu aufgestellt. Vier der sechs Mitglieder des Rates, zu dem auch Altman gehörte, hatten für die Entlassung des Chefs gestimmt.

Von den Verantwortlichen ist nun nur noch Adam d'Angelo, CEO des Frage-und-Antwort-Portals Quora, übrig. Neu dabei sind Ex-Finanzminister Larry Summers und der Software-Unternehmer Bret Taylor, der während Musks Twitter-Übernahme im Verwaltungsrat der Plattform saß.

Dieses Gremium soll laut Medienberichten nun einen neuen, neunköpfigen Rat zusammenstellen. Altman soll wohl erneut einen Platz darin bekommen. Auch Microsoft werde als Großinvestor wohl einen Sitz im Verwaltungsrat erhalten. 

Die komplizierte Beziehung von Microsoft und OpenAI

Die Beziehung zwischen Microsoft und OpenAI ist kompliziert. Einerseits investiert Microsoft in den ChatGPT-Entwickler und nutzt die KI-Technologie des Unternehmens.

Andererseits konkurrieren die Firmen auf dem Markt der Künstlichen Intelligenz miteinander. So steht zum Beispiel Microsofts Bing Chatbot in direkter Konkurrenz mit ChatGPT. Wären Altman und 90 Prozent der OpenAI-Belegschaft tatsächlich zu Microsoft abgewandert, hätte sich das Unternehmen einen entscheidenden Vorteil verschaffen können.

Ein Sitz im Verwaltungsrat würde Microsofts Position festigen. In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte Altman seine vorübergehende Entscheidung, zu Microsoft überzulaufen. Außerdem betonte er, dass er sich darauf freue, zu OpenAI zurückzukehren und die "starke Partnerschaft" mit Microsoft zu intensivieren.

Aus dem Führungschaos der letzten Tage dürfte Altman gestärkt hervorgehen. Die Abwanderungsbereitschaft der Belegschaft hat bewiesen, welche Macht der 38-Jährige im Unternehmen hat. Die Auflösung des alten Verwaltungsrates, der für seine Entlassung verantwortlich war, und der Aufbau eines neuen Aufsichtsgremiums kommen ihm ebenfalls zugute.

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