Frontex entsendet 50 zusätzliche Beamte zur Überwachung der finnisch-russischen Grenze

Migrant:innen und ein Fahrzeug des finnischen Grenzschutzes sind am 22. November 2023 am internationalen Grenzübergang in Salla in Nordfinnland zu sehen.
Migrant:innen und ein Fahrzeug des finnischen Grenzschutzes sind am 22. November 2023 am internationalen Grenzübergang in Salla in Nordfinnland zu sehen. Copyright AFP
Von Euronews mit AFP
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Frontex sendet 50 zusätzliche Beamte an die finnisch-russische Grenze. Helsinki wirft dem Kreml vor, Migrant:innen zu ermutigen, die Grenzübergänge zu überqueren.

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Die europäische Küsten- und Grenzschutzagentur Frontex hat angekündigt, dass sie 50 Beamte an die finnische Grenze zu Russland entsenden wird.

Finnland wirft dem Kreml "hybride Kriegsführung" vor

Finnland hat bis auf eine Ausnahme alle Grenzübergänge zu seinem östlichen Nachbarn geschlossen und bezichtigt Russland der "hybriden Kriegsführung".

Helsinki wirft dem Kreml vor, Migrant:innen zu ermutigen und zu unterstützen, sich den Grenzposten zu nähern und Asyl zu beantragen. Die russische Regierung weist die Vorwürfe von sich.

Frontex plane "die Entsendung von 50 Grenzschutzbeamten und anderem Personal sowie von Ausrüstung wie Streifenwagen, um die finnischen Grenzkontrollmaßnahmen zu verstärken", teilte die Agentur in einer Erklärung mit. Der Einsatz solle demnach wahrscheinlich schon kommende Woche beginnen.

Finnland beschloss am Mittwoch, alle Grenzübergänge zum benachbarten Russland bis auf einen zu schließen, um gegen die Zunahme der Migration über die finnische Ostgrenze vorzugehen.

Die finnische Regierung erklärte, es sei "klar, dass ausländische Behörden und andere Akteure eine Rolle bei der Erleichterung der Einreise von Menschen nach Finnland gespielt haben".

"Demonstration des geschlossenen Vorgehens der EU"

"Die Unterstützung von Frontex für Finnland geht über die Logistik hinaus; sie ist eine Demonstration des geschlossenen Vorgehens der Europäischen Union gegen hybride Angriffe auf eines ihrer Mitglieder", sagte Frontex-Direktor Hans Leijtens.

Bisher waren 10 Frontex-Beamte entlang der 1.300 Kilometer langen Grenze zwischen Finnland und Russland im Einsatz.

Die russischen Behörden reagierten am Donnerstag mit der Ankündigung, die Sicherheitsvorkehrungen in der Grenzregion Murmansk zu verstärken. Dort liegt der einzige noch offene Grenzübergang zu Finnland.

Die finnisch-russischen Beziehungen haben sich in den letzten Monaten verschlechtert, insbesondere seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine, der dazu führte, dass Finnland im April dieses Jahres dem westlichen Militärbündnis NATO beitrat.

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