Spannungen an Grenze zu Russland: Finnland fordert Frontex-Hilfe an

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Die Zahl der Migranten ohne gütige Papiere, die über Russland nach Finnland und in die Europäische Unin wollen, steigt sprunghaft an. Nun hat Finnland die EU-Grenzschutzbehörde Frontex um Hilfe gebeten.

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Die Zahl der Migranten ohne gütige Papiere, die über Russland nach Finnland und in die Europäische Unin wollen, steigt sprunghaft an. Nun hat Finnland die EU-Grenzschutzbehörde Frontex um Hilfe gebeten. Zuvor hatte die finnische Regierung angekündigt, alle Grenzübergänge zu Russland, bis auf einen, zu schließen.

Helsinki wirft Moskau vor, die meist aus dem Nahen Osten und Afrika stammenden Menschen über die Grenze zu lassen, um eine Migrationskrise auszulösen. Die finnische Regierung vermutet eine Vergeltung Moskaus für den kürzlich erfolgten Beitritt zur NATO. Moskau bestreitet das.

"Die russischen Behörden haben sich nicht eingemischt, ganz im Gegenteil. Es gibt Anzeichen dafür, dass sie dabei helfen, die Einreise ins Land zu instrumentalisieren. Das ist für sie ein Weg, die inneren Angelegenheiten Finnlands und die EU-Grenzsicherheit zu beeinflussen", sagte der finnische Ministerpräsident Petteri Orpo vor Reportern.

Es gehe um Personal und technische Ausrüstung, teilte der Grenzschutz am Mittwoch mit. Finnische Medien berichteten, der Grenzschutz habe die Streitkräfte offiziell um Hilfe beim Bau von Stacheldrahtsperren an den Grenzstationen gebeten.

Projektmanager Ismo Kurki sagte der Zeitungsgruppe Lännen, Grenzschutzpersonal habe bereits mit dem Errichten zusätzlicher Barrieren an den Grenzstationen zu Russland begonnen, "nicht nur an den nördlichen Grenzübergängen, sondern überall".

Der Gouverneur der Region Murmansk hat ein Video veröffentlicht, das Migranten zeigt, die sich in der Nähe der finnischen Grenze versammelt haben. Seit Anfang des Monats sind mehr als 600 Menschen ohne gültige Reisedokumente für die EU über Russland nach Finnland gekommen.

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson sagte am Dienstagabend im Europaparlament, die EU-Kommission stehe in ständigem Kontakt mit Finnland und sei bereit zu helfen, falls sich die Lage ändere. Ihren Angaben zufolge hat Finnland 60 Frontex-Beamte angefordert.

Am Wochenende schloss Finnland vier verkehrsgünstig in der Nähe von St. Petersburg gelegene Grenzübergänge und nimmt Asylanträge seither nur noch an den Hunderte Kilometer weiter nördlich gelegenen Übergängen Vartius und Salla an. In den vergangenen Tagen meldeten sich auch dort verstärkt Asylbewerber. Die finnische Regierung beriet über zusätzliche Schritte.

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