Polen, Frankreich, Tschechien: Europäische Bauern legen weiter Europa lahm

In vielen Ländern Europas halten die Proteste der Landwirte an,
In vielen Ländern Europas halten die Proteste der Landwirte an, Copyright Czarek Sokolowski/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
Von Euronews
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In vielen Ländern Europas halten die Proteste der Landwirte an, die gegen den europäischen Green Deal und billige Lebensmittelimporte aus dem Ausland auf die Barrikaden gehen - trotz Zugeständnissen aus Brüssel.

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In vielen Ländern Europas halten die Proteste der Landwirte an, die gegen den europäischen Green Deal und billige Lebensmittelimporte aus dem Ausland demonstrieren und Straßen blockieren - trotz Zugeständnissen aus Brüssel. Auf Getreide aus der Ukraine und Belarus sollen künftig Zölle erhoben werden. 

Trotz angekündigter Zölle auf ukrainisches Getreide: Bauernproteste in Polen gehen weiter

Trotz der Ankündigungen der Europäischen Kommission von gestern Abend, künftig Zölle auf Getreide aus Russland und Belarus zu erheben. setzen die polnischen Landwirte ihre Proteste fort. In mehreren Großstädten blockierten Landwirte mit ihren Traktoren  Zufahrtsstraßen. Angekündigt waren rund 500 Straßenblockaden, an denen sich schätzungsweise 70.000 Menschen beteiligen sollten.

Am Mittwochmorgen begannen die polnischen Landwirte, die Zufahrtsstraßen unter anderem zu Warschau, zum südwestlichen Breslau, zum westlichen Poznan und zu  Bydgoszcz im Norden zu blockieren.

Die monatelangen Proteste in Polen hatten sich gegen die Einfuhren von billigem Getreide aus der Ukraine gerichtet. Aber auch gegen den Green Deal der Europäischen Union und gegen billige Lebensmittelimporte von außerhalb der EU wird protestiert.

Landwirt Tadeusz Kaleta ist einer der Organisatoren. "Die von der Europäischen Kommission erwähnten Korrekturen an der Green-Deal-Politik sind reine Kosmetik und werden jeden unzufrieden zurücklassen. Wir wollen genauere Änderungen", so Kaleta.

"Unsere Pflicht ist es, die Ernährungssicherheit Polens zu gewährleisten. Wenn wir jetzt bankrott gehen, wird die Gesellschaft keine Wahl haben und Produkte essen, die von außerhalb der EU importiert werden", sagt Lanswirt Lukasz Plata, Landwirt.

Französische Bauern blockieren Gelände von Total Energy

Französische Landwirte haben den Zugang zum Gelände von Total Energy blockiert. In Pau (Pyrénées-Atlantiques) stapeln sich Berge von Reifen vor den Toren eines Total-Energy-Standorts. Seit einer Woche ist es unmöglich, das Gelände zu betreten.

Die Bauen protestieren wegen der Verzögerung der versprochenen EU-Hilfe. Sie fordern  niedrigere Kraftstoffsteuern sowie die Zahlung von Subventionen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die Landwirte warten auf darauf, dass die französische Regierung die versprochen Subventionen auszahlt.

Nach Angaben des französischen Landwirtschaftsministeriums wurden bereits 7,6 Milliarden Euro der geplanten 8,6 Milliarden Euro an Beihilfen ausgezahlt. Wie von der Regierung versprochen, wurde der Großteil dieser Zahlungen vor dem 15. März getätigt, aber nach Ansicht der Landwirte gibt es immer noch Lücken im System.

"Sie müssen ihre Verwaltungen morgens, mittags und abends aufrütteln und ihnen sagen: Es gibt Verpflichtungen, Ihr wendet sie auf uns vor Ort an, uns ist es egal, was das Problem ist", sagt Arnaud Gaillot, Präsident der Jeunes Agriculteurs.

Tschechische Bauern schließen sich europäischen Protesten an

Auch die tschechischen Landwirte schließen sich den europäischen Protesten an, um auf die aus ihrer Sicht ungelösten ungelösten Probleme der Landwirte und Züchter sowie auf die sich verschärfende Krise des Agrarsektors auf europäischer und nationaler Ebene aufmerksam machen.

Die Proteste fanden aus Anlass der Tagung des Europäischen Rates am Donnerstag statt. In den Regionen nehmen die Demonstrationen die Form von Protestfahrten mit Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Geräten oder von öffentlichen Kundgebungen an.

Einige Landwirte haben sich zu Grenzübergängen begeben, um ihre Kollegen aus dem Ausland zu treffen.

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