Schlappe für Erdogan: Opposition in der Türkei kann Istanbul und Ankara verteidigen

Wahlsonntag in der Türkei
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Von Euronews mit AP
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🇹🇷 Nach Auszählung fast aller Stimmen kann die Opposition in der Türkei die Kommunalwahl in der Metropole Istanbul und in der Hauptstadt Ankara für sich entscheiden.

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In der Türkei kann sich die Opposition bei den Kommunalwahlen an diesem Ostersonntag in wichtigen Städten - wie in der Metropole Istanbul - nach Auszählung fast aller Stimmen behaupten. 

Dies wird als Rückschlag für Präsident Recep Tayyip Erdogan gewertet, der sich zum Ziel gesetzt hatte, die Kontrolle über die 2019 verlorenen Städte zurückzugewinnen.

Nach Auszählung von etwa 70 % der Stimmen lag der amtierende Bürgermeister Ekrem Imamoglu von der Oppositionspartei CHP in Istanbul, der größten Stadt und dem Wirtschaftszentrum der Türkei, deutlich vorn. Das hatte schon zuvor der staatliche Rundfunksender TRT gemeldet. 

CHP-Anhänger feierten in Istanbul, während die Tribüne vor dem Hauptquartier der Regierungspartei AKP vorzeitig abgebaut wurde.

Auch der Bürgermeister der Hauptstadt Ankara, Mansur Yavas, hat sein Amt mit einer komfortablen Mehrheit verteidigt.

Nach den vorläufigen Ergebnissen lag die CHP laut TRT in 35 der 81 Provinzen der Türkei in Führung.

Offenbar eine Niederlage für Recep Tayyip Erdogan

Die Wahl wurde auch als Barometer für die Popularität von Präsident Erdogan angesehen. Der Staatschef hatte sich persönlich sehr dafür engagiert, die Kontrolle über wichtige städtische Gebiete zurückzugewinnen, die er bei den Wahlen vor fünf Jahren an die Opposition verloren hat. Der Sieg der CHP in Ankara und Istanbul im Jahr 2019 hatte den Nimbus der Unbesiegbarkeit Erdogans erschüttert.

Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine Frau Emine am Wahlsonntag in Istanbul
Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine Frau Emine am Wahlsonntag in IstanbulKhalil Hamra/Copyright 2024 The AP. All rights reserved

Das Hauptschlachtfeld für den 70-jährigen türkischen Präsidenten war Istanbul, eine 16-Millionen-Stadt, in der er geboren und aufgewachsen ist und in der er 1994 seine politische Karriere als Bürgermeister begonnen hatte. Erdogan hatte zusammen mit seiner Ehefrau Emine kurz nach 12 Uhr an diesem Sonntag in Istanbul seine Stimme abgegeben.

Viele Beobachtende erklären die Schlappe der Regierungspartei mit der galoppierenden Inflation von zuletzt 67 Prozent, unter der die Menschen leiden. Wer den Mindestlohn verdient, kommt in der Türkei kaum noch über die Runden.

In den vom Erdbeben betroffenen Regionen schnitt die AKP allerdings besser ab als anderswo. Die Wahlbeteiligung wurde landesweit auf 76 Prozent geschätzt.

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