EventsVeranstaltungen
Loader

Find Us

WERBUNG

Wie weiter, Russland? Putin verändert inneren Zirkel seines Machtapparates

Innerer Zirkel wird verändert im Machtapparat
Innerer Zirkel wird verändert im Machtapparat Copyright Gavriil Grigorov/Sputnik
Copyright Gavriil Grigorov/Sputnik
Von euronews
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

"Heute gewinnt auf dem Schlachtfeld derjenige, der offener für Innovationen und deren Umsetzung ist", erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow Putins Entscheidung für einen Zivilisten an der Spitze des Verteidigungsministeriums.

WERBUNG

Mehr als zwei Jahre nach Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine baut Kremlchef Wladimir Putin den bisherigen Machtapparat in Moskau um. Als ersten Schritt entließ der Präsident seinen engen Vertrauten Sergej Schoigu als Verteidigungsminister. 

Schoigus Nachfolger soll der bisherige Vize-Regierungschef Andrej Beloussow werden, wie die russische Staatsagentur Tass am Sonntag unter Berufung auf den Föderationsrat meldete. Dort waren Putins Vorschläge für die Zusammensetzung der neuen russischen Regierung eingegangen. 

Putin war erst vor wenigen Tagen für eine neue Amtszeit vereidigt worden.

"Innovationen" für den Krieg in der Ukraine?

"Heute gewinnt auf dem Schlachtfeld derjenige, der offener für Innovationen und deren Umsetzung ist". So erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow Putins Entscheidung für einen Zivilisten an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Beloussow sei nicht nur Zivilbeamter, sondern habe auch viele Jahre erfolgreich in der Politik gearbeitet und Putin in Wirtschaftsfragen beraten. Er sei "zweifellos der beste Kandidat", den Komplex der russischen Rüstungsindustrie auszubauen und neue Technologien einzuführen, wurde der Duma-Abgeordnete Sergej Gawrilow von Tass zitiert.

Über eine mögliche Entlassung des 68 Jahre alten Schoigu, der seit 2012 Verteidigungsminister war, war schon lange spekuliert worden. Vor wenigen Wochen war einer von Schoigus Stellvertretern, Timur Iwanow, wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet worden. Beobachter hatte das als Anzeichen von Machtkämpfen innerhalb des russischen Militär- und Sicherheitsapparats gewertet. Generalstabschef Waleri Gerassimow bleibe an seinem Platz, betonte Peskow. Die militärische Komponente im Verteidigungsministerium bleibe auch nach der Ernennung Beloussows unverändert.

Was wird aus der "grauen Eminenz" Patruschew?

Schoigu soll nun Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates werden; diesen Posten hat bislang Nikolai Patruschew bekleidet. Patruschews neue Verwendung werde in Kürze bekannt gegeben, erklärte Peskow. Der 72-jährige Hardliner und ehemalige Leiter des Inlandsgeheimdienstes FSB, galt als "graue Eminenz" im Kreml.

Schoigus 65 Jahre alter Nachfolger Beloussow war lange Jahre Putins Berater in Wirtschaftsfragen und bekleidete in den vergangenen Jahren verschiedene Posten in der Regierung. Unter anderem war der Wirtschaftsexperte im Jahr 2020 für mehrere Wochen kommissarischer Regierungschef, als Michail Mischustin mit einer Corona-Infektion ausgefallen war.

Lawrow in Krisenzeiten unentbehrlich

Außenminister Sergej Lawrow, über dessen mögliche Ablösung zuletzt ebenfalls spekuliert worden war, bleibt Leiter des Außenressorts. Das verlautete aus dem Föderationsrat, wie die Agentur Interfax berichtete. Der 74-Jährige ist bereits seit 2004 im Amt und damit einer der dienstältesten Außenminister weltweit. Der enge Vertraute Putins gilt als unentbehrlich für Russland in Krisenzeiten.

"Den Krieg beenden"?

Der britische Verteidigungsminister Grant Shapps hat den abgesetzten russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu als verantwortlich für hunderttausende Tote und Verletzte im Ukraine-Krieg bezeichnet. "Sergej Schoigu hat mit einem illegalen Feldzug in der Ukraine über 355.000 Opfer unter seinen eigenen Soldaten und massenhaftes Leid unter der Zivilbevölkerung zu verantworten", schrieb Shapps am Sonntagabend im Onlinedienst X nach Bekanntwerden von Schoigus Postenwechsel in der neuen russischen Regierung.

"Russland braucht einen Verteidigungsminister, der dieses katastrophale Erbe überwindet und den Krieg beendet", schrieb Shapps und fügte mit Blick auf Russlands Staatschef Wladimir Putin an: "Aber alles, was sie bekommen werden, ist eine weitere Marionette Putins."

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Putin: "Gemeinsam werden wir gewinnen."

Putins fünfte Amtszeit beginnt in Russland: Der harte Kurs des Kriegspräsidenten bleibt

Putin offen für Verhandlungen – aber ohne "aufgezwungene Vorstellungen" anderer