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Nigel Farages Rechtspopulisten könnten Tories in Großbritannien überholen

Der Rechtspopulist Nigel Farage.
Der Rechtspopulist Nigel Farage. Copyright Danny Lawson/PA
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Von Tamsin PaternosterLuke Hanrahan
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Der Rechtspopulist Nigel Farage hat seine Wahlkampftour gestartet. In kleinen Orten wie Sekgness könnte seine Reformpartei sogar die Konservativen überholen – was wiederum ein Gewinn für die Labour-Partei wäre.

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Die regierende Konservative Partei des Vereinigten Königreichs hat einen weiteren Rückschlag erlitten: Die populistische Reformpartei des rechtspopulistsichen Politikers Nigel Farage hat sie jüngsten Meinungsumfragen zufolge zum ersten Mal überholt.

Die Reformpartei liegt nun mit 19 Prozent vor den Konservativen (Tories), die mit 18 Prozent auf dem dritten Platz liegen. Die Labour-Partei hat nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts YouGov mit 37 Prozent klar die meiste Zustimmung bisher.

Die Reformpartei, die von dem Multimillionär und Geschäftsmann Richard Tice geleitet und größtenteils finanziert wird, hat ein weitgehend populistisches Programm, das sowohl Wähler von ganz links als auch von ganz rechts ansprechen soll.

Obwohl noch kein vollständiges Wahlprogramm vorliegt, hat die Reformpartei – früher als Brexit-Partei bekannt – bisher auf ihrer Website und in Reden angedeutet, dass sie sich Themen wie Einwanderung und die Reform des öffentlichen Gesundheitswesens im Vereinigten Königreich zum Ziel gesetzt hat.

Der britische Premierminister Rishi Sunak kommt zum G7-Gipfel, um eine Fallschirmsprungvorführung zu sehen, 13. Juni 2024
Der britische Premierminister Rishi Sunak kommt zum G7-Gipfel, um eine Fallschirmsprungvorführung zu sehen, 13. Juni 2024Alex Brandon/Copyright 2024 The AP. All rights reserved

Die YouGov-Umfrage zeigt, dass die Reformpartei jetzt landesweit mindestens gleichauf mit den Tories in den Umfragen liegt.

Die britische Zeitung The Telegraph berichtete, dass hochrangige Vertreter der konservativen Partei davor gewarnt haben, dass Labour eine große Mehrheit gewinnen könnte, wenn die Reformpartei den Tories Stimmen wegnimmt und den rechten Flügel spaltet.

Wegen der schwächelnden Wirtschaft wählen einige rechts

Die Küstenstadt Skegness in Lincolnshire ist ein Beispiel von vielen, in dem sich die Meinung gegenüber den Konservativen gewandelt hat: Einst gab es hier eine starke konservative Mehrheit, doch jüngste Meinungsumfragen deuten darauf hin, dass sie sich der Labour-Partei zuwenden könnte – und einige haben Farages Reformpartei im Blick.

Die Wähler in Skegness erklärten Euronews, warum sie ihre Meinung ändern und nicht für die Konservativen stimmen wollen. Eins der wichtigsten politischen Themen hier ist die Einwanderung.

Steve Havercroft, ein Bewohner von Skegness sagte: "Es ist an der Zeit, dass wir uns um unsere eigenen Leute kümmern, anstatt andere Leute auf uns loszulassen." Auf die Rückfrage, ob er für die Reformpartei stimmen wird, sagt er: "Ja, das werde ich definitv."

Martin and Elizabeth Brooke aus Skegness halten Nigel Farage dagegen eher für "einen Clown". Martin Brooke sagt über den rechtspopulisten, der vor allem durch seine Brexit-Kampagnen bekannt wurde: "Ich denke, es ist nur ein bisschen Angeberei bei ihm. 'Ich schlage mir auf die Brust' – und solche Sachen."

Die Sozialpsychologin Veronica Lamarche von der Universität Essex erklärt das Phänomen hinter der steigenden Beliebtheit Farages: "Wenn es der Wirtschaft nicht so gut geht, ist die Versuchung groß, pauschale Schuldzuweisungen zu machen oder einen Sündenbock zu finden."

Über Farages Politik sagt sie: "Ich denke, Nigel Farage kann ein sehr vereinfachtes Bild davon zeichnen, wie die Zukunft Großbritanniens aussehen könnte. Grundlegend für die Ideologie der Reformpartei sind Menschen, die ins Vereinigte Königreich kommen und die sie für all die Probleme verantwortlich zu machen, die wir derzeit im Land sehen."

Am 4. Juli finden im Vereinigten Königreich Neuwahlen statt, nachdem der britische Premierminister Rishi Sunak am 22. Mai 2024 die vorzeitige Auflösung des britischen Unterhauses beantragte. Gewählt werden 650 Abgeordnete.

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