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Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage will doch bei britischer Parlamentswahl antreten

Vor einigen Wochen hat Nigel Farage angekündigt, er wolle nicht bei der anstehenden Parlamentswahl kandidieren. Nun hat er seine Meinung geändert.
Vor einigen Wochen hat Nigel Farage angekündigt, er wolle nicht bei der anstehenden Parlamentswahl kandidieren. Nun hat er seine Meinung geändert. Copyright Yui Mok/Yui Mok
Copyright Yui Mok/Yui Mok
Von Heilika Leinus
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Das ist der achte Versuch des Brexit-Vorkämpfers und Einwanderungsgegners Nigel Farage, sich einen Sitz im Unterhaus zu sichern. Seine bisherigen sieben Versuche waren allesamt gescheitert.

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Der britische Pro-Brexit- und Anti-Einwanderungsaktivist Nigel Farage trieb 2016 die britische Regierung in der Brexit-Frage vor sich her. Am Montag kehrte er an die Spitze der britischen Politik zurück. Der Rechtspopulist kündigte in einer Rede an, dass er den Vorsitz der früheren Prexit-Partei Reform UK übernehmen und doch bei den Parlamentswahlen am 4. Juli antreten werde. Nun will der 60-Jährige für den Wahlkreis Clacton in Ostengland ins britische Parlament einziehen.

Vor zwei Wochen hatte Farage seine Kandidatur noch ausgeschlossen. Es sei ihm wichtiger, seinen Verbündeten Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen im November zu unterstützen, sagte Farage, der den früheren Präsidenten der Vereinigten Staaten regelmäßig in seinen Aussagen unterstützt.

Bereits sieben Versuche gescheitert

Seine bisherigen sieben Versuche, als Abgeordneter ins Parlament in London einzuziehen, waren gescheitert. Gleich nach seiner Ankündigung wurde spekuliert, dass ihm dies nun mit 40 Prozent Wahrscheinlichkeit gelingen wird. 

Nun wirbt Farage aktiv in den sozialen Medien für sich, offenbar um auch die Stimmen der jüngeren Wähler zu gewinnen. In einem auf X veröffentlichen Video spielt beispielsweise Eminems "Without Me" im Hintergrund.

Keine gute Nachricht für Sunak

Auch, wenn Farage nicht unbedingt einen sitz im britischen Parlament gewinnen wird, könnte seine Ankündigung den britischen Premierminister Rishi Sunak Kopfzerbrechen bereitet. Denn die konservativen Tories droht eine Niederlage am 4. Juli.

Am 3. Juni besuchte der britische Premierminister Rishi Sunak im Rahmen seines Wahlkampfs einen Ruderklub in Henley-on-Thames, England.
Am 3. Juni besuchte der britische Premierminister Rishi Sunak im Rahmen seines Wahlkampfs einen Ruderklub in Henley-on-Thames, England.Carl Court/2024 Getty Images

Diesen Wahltermin hat Sunak in der vergangenen Woche überraschend ausgerufen. Viele im Land sind davon ausgegangen, dass die Wahl in Großbritannien erst später stattfinden wird. In Umfragen liegt die Partei des Ministerpräsidenten Sunak hinter den Sozialdemokraten von Labour. Bisher sind Wirtschaft und Einwanderungspolitik die wichtigsten Themen beider Parteien. Reform UK liegt in Umfragen auf dem dritten Platz.

Sein wichtigstes Ziel bestehe darin, die „echte“ Opposition gegen eine Regierung der Labour anzuführen, falls die regierende Konservative Partei es nicht schaffen sollte, teilte Farage mit. Außerdem wolle er eine „politische Revolte […] anführen, damit wir alle dem politischen Status quo den Rücken kehren“. 

„Ich kann den Millionen Menschen, die mir gefolgt sind und an mich geglaubt haben, nicht den Rücken kehren“, begründete Farage in seiner Rede. „Ich habe meine Meinung geändert, weil ich Millionen von Menschen nicht im Stich lassen kann.“ Außerdem prangerte Farage wie gewohnt die Masseneinwanderung nach Großbritannien an und warf den Politikern Karrierismus vor.

Der Spitzenkandidat der Labour Parti ist Keir Starmer, der seit dem 4. April 2020 deren Vorsitzender ist. Am Montag versprach er, dass Großbritannien auch künftig nicht auf Atomwaffen verzichten wird. Zugleich wies er die Vorwürfe zurück, dass seine sozialdemokratische Partei in Sachen Verteidigung nachlässig sei. 

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