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Was tun gegen Dürre? Ungarn sucht Böden zur Überflutung im Kampf gegen Klimakrise

Im Sommer 2022 war die Dürre in Ungarn besonders schlimm
Im Sommer 2022 war die Dürre in Ungarn besonders schlimm Copyright  AP/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
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Von Rita Konya & Euronews
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Nicht nur in Ungarn nimmt wegen unregelmäßiger Niederschläge der Wassergehalt der Böden ab. Die ungarischen Behörden setzen auf neue Methoden. Denn im Boden gespeichertes Wasser dient durch Verdunstung zur Kühlung der Umwelt.

Wenn Boden austrocknet, sinken die Erträge. Deshalb hängt die Ernährungssicherheit auch davon ab, wie viel Wasser der Boden speichern kann. Vielerorts entwickeln sich semiaride Landschaften, zum Beispiel in den sandigen Niederungen Ungarns zwischen Donau und Theiß. Dort vertiefen sich die Flussbetten und zapfen bei niedrigem Wasserstand sogar das Grundwasser an.

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Land gesucht für den Wasserschutz

Die nationale Generaldirektion für Wasserwirtschaft in Ungarn hat eine neue Online-Plattform eingerichtet, über die Landbesitzer ihr Land für den Wasserschutz anbieten können. Bisher hatten sich die Wasserbehörden vor allem auf die schnelle Ableitung von überschüssigem Wasser konzentriert. Jetzt bieten sie die Möglichkeit, Wasser in der Landschaft zurückzuhalten.

Gabi Siklós, die Sprecherin der Wasserbehörde, erklärt gegenüber Euronews: "Jeder kann spüren, dass der Grundwasserspiegel in eine kritische Tiefe sinkt, und wir werden vorerst nicht durch 25 Jahre Regen verwöhnt. Das ist für alle wichtig, für die Landwirte, die Naturschützer und die Wasserwirtschaftler, und deshalb wurde dieses Programm ins Leben gerufen."

Absinken des Wasserspiegels nicht nur für die Landwirtschaft ein Problem

Experten schätzen, 40.000 Hektar Land in Ungarn könnten als Flutgebiete geeignet sein.

Einige Ökologen warnen davor, dass das Absinken des Grundwasserspiegels in den letzten Jahren nicht nur auf landwirtschaftlichen Flächen, sondern auch in natürlichen Lebensräumen zu spüren ist. Wissenschaftler Balázs Lukács verweist auf die Weideflächen: "Das Absinken des Grundwasserspiegels führt auch zu einer Verschlechterung der Lebensräume, einschließlich der Wälder und des Graslandes. Wasserknappheit ist an sich schon eine sehr ernste Belastung für die Vegetation, die alle Pflanzen schwächt und sich natürlich indirekt auf die Menge der produzierten Biomasse und die Anzahl der darin vorkommenden Pflanzen und Tiere auswirkt. Und wenn die Menge an Biomasse in einem Grasland-Weidehabitat abnimmt, verringern sich natürlich auch die Weidemöglichkeiten."

Nicht nur die Landwirtschaft leidet unter der Dürre
Nicht nur die Landwirtschaft leidet unter der Dürre Anna Szilagyi/Copyright 2022 The AP. All rights reserved

Was tun, wenn der Herbstregen ausbleibt?

Balmazújváros in Ostungarn sollte jetzt im Wasser stehen. Aber es ist trocken. Das Gleiche geschah im Jahr 2022 - es gab keinen Herbstregen, die Dürre war extrem. Zoltán Ecsedi ist beim Naturschutzverein Hortobágy LIFE-Projektleiter, er erklärt das neue Vorgehen: "Wir leiten das Wasser seit Oktober aus einem 6.000 Hektar großen Einzugsgebiet. Und jetzt haben wir etwa 200.000 Kubikmeter Wasser gesammelt. Viele Menschen wären froh, wenn sie die gleiche Menge in ihrer Landschaft hätten. Aber wir sehen, dass es eine Lösung gibt. Man kann Niederschläge zurückhalten, und das ist sehr wichtig. Wir müssen zusammenarbeiten: Wasser, Naturschutz, lokale Behörden und Landwirte."

An trockenen Tagen fließt pro Tag ein halber Zentimeter Wasser ab. Das bedeutet, dass durchschnittlich 30-40 Zentimeter Wasser für etwa zwei Monate ohne Niederschlag ausreichen.

Rita Kónya berichtet aus Hortobágy: "In Europa bekommt das Karpatenbecken ebenso wie die südlichen Mittelmeerländer zunehmend die extremen Auswirkungen des Klimawandels zu spüren. Die Verteilung der Niederschläge über das Jahr wird immer unregelmäßiger, und es kommt immer häufiger zu schwerer Wasser-Knappheit, weshalb es wichtig ist, der Wasserrückhaltung Vorrang vor der Entwässerung zu geben."

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