Die SPD hat ihre Minister für das Kabinett unter Merz bekanntgegeben. Sechs Frauen und drei Männer stehen an der Spitze.
Die SPD hat die Besetzung ihrer Ministerposten für die kommende Regierung bekanntgegeben. Nach dem Mitgliederentscheid zum Koalitionsvertrag und mit den bereits verkündeten Ministern der CDU und CSU ist der Weg nun für eine neue Regierung in Deutschland geebnet.
So sind die Ministerposten der SPD vergeben
Die Sozialdemokraten haben sechs Frauen und drei Männer an die Spitzenpositionen für das kommende Kabinett unter Merz geholt.
Lars Klingbeil, 47 Jahre, Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler
Lars Klingbeil wird neben seinem Amt als Vizekanzler auch das Bundesministerium der Finanzen leiten. Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion folgt auf seinen Parteikollegen Jörg Kukies, der Christian Lindner nach dem Ampel-Aus ersetzt hatte.
Boris Pistorius, 65 Jahre, Bundesminister der Verteidigung
Boris Pistorius bleibt als Verteidigungsminister im Amt. Der Politiker muss unter anderem über den Wiederaufbau der Bundeswehr entscheiden und die Aufrüstung Europas von deutscher Seite aus koordinieren. Mit dem Sondervermögen und der Reform der Schuldenbremse, das noch unter Zweidrittelmehrheit der vergangenen Regierung beschlossen wurde, stehen ihm dafür ordentliche finanzielle Mittel zur Verfügung.
Bärbel Bas, 57 Jahre, Bundesministerin für Arbeit und Soziales
Bärbel Bas war zuletzt Bundestagspräsidentin und wird nun die Ministerin für Arbeit und Soziales. Dieses Bundesministerium muss die erneute Reform des Bürgergeldes schultern. Bas ist außerdem eine der wenigen Abgeordneten mit Direktmandat aus ihrem Wahlkreis in Duisburg.
Dr. Stefanie Hubig, 56 Jahre, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz
Das Justizministerium soll von Stefanie Hubig aus Rheinland-Pfalz übernommen werden. Sie hat dort bereits als Staatssekretärin unter Justizminister Heiko Maas gearbeitet. Sie war zuvor als Richterin und Staatsanwältin in Bayern tätig, bevor sie als Referentin ins Bundesministerium der Justiz wechselte.
Hubig wird zugetraut, als Gegenspielerin von Innenminister Alexander Dobrindt zu wirken und Gegengewicht zum CSU-geführten Innenministerium zu bilden.
Carsten Schneider, 49 Jahre, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Umwelt und Klimaschutz übernimmt Carsten Schneider. Der ehemalige Ostbeauftragte der Bundesregierung aus Erfurt ist bereits nach der Bundestagswahl 1998 in den Deutschen Bundestag eingezogen. Er war damals der jüngste jemals in den Deutschen Bundestag gewählte Abgeordnete.
Er setzte sich für die Förderung von Sanierungsprogrammen von ostdeutschen Städten wie Erfurt und Weimar ein, um Kultur und Infrastruktur zu unterstützen.
Reem Alabali-Radovan, 35 Jahre, Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Auch Reem Alabali-Radovan ist Ostdeutsche. Sie war bisher Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration und übernimmt nun das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Alabali-Radovans Eltern stammen aus dem Irak, sie selbst ist in Moskau geboren und in Schwerin aufgewachsen. Die Sozialdemokratin hat in den Koalitionsverhandlungen die Arbeitsgruppe für Innen, Recht, Migration und Integration stellvertretend geleitet.
Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
Auch die zukünftige Ministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist wie Alabali-Radovan seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestags. Sie ist außerdem stellvertretende SPD-Bundestagsfaktionsvorsitzende und war vergangende Legislaturperiode unter anderem Teil des Ausschusses für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen.
Weitere Posten der SPD
Neben den Ministerien werden außerdem Elisabeth Kaiser und Natalie Pawlik als Staatsministerinnen benannt. Sie leiten kein eigenes Ministerium, sondern sind sogenannte Parlamentarische Staatssekretäre.
Elisabeth Kaiser wird die neue Ostbeauftrage der Bundesregierung. Das Amt ist künftig dem Bundesfinanzministerium und nicht mehr dem Kanzleramt unterstellt. Die 36-Jährige aus Thüringen ist Verwaltungswissenschaftlerin.
Als Beauftrage der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration wird die hessische Abgeordnete Natalie Pawlik wirken. Die 32-Jährige ist in Russland geboren und war bisher Beauftrage für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.
Die Co-Parteivorsitzende neben Klingbeil, Saskia Esken, wurde nicht für die Posten der Bundes- und Staatsminister berücksichtigt. Sie leitete den Parteivorsitz seit 2021.
Vergangene Woche hatten 84,6 Prozent der SPD-Mitglieder in einer Abstimmung für den Koalitionsvertrag mit der CDU und CSU abgestimmt. Die Union hat bereits im April die Besetzung ihrer Ministerposten verkündet.