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UN: Bandengewalt in Haiti forderte 2026 bereits 2.300 Todesopfer

Verbrannte Autos blockieren eine Straße, gesehen aus einem gepanzerten Polizeifahrzeug in einem gangkontrollierten Viertel von Port-au-Prince, 16. Januar 2026.
Verbrannte Autos blockieren eine Straße, aufgenommen aus einem gepanzerten Polizeifahrzeug auf Patrouille in einem von Banden kontrollierten Viertel von Port-au-Prince, 16. Januar 2026 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Seit der Ermordung des damaligen Präsidenten Jovenel Moïse im Jahr 2021 eskaliert in Haiti die Gewalt krimineller Banden. In diesem Jahr sollen bereits mehr als 2.300 Menschen dadurch getötet worden sein, wie ein UN-Bericht ergibt.

Bewaffnete Banden haben in Haiti in diesem Jahr bereits mindestens 2.300 Menschen getötet. Fast 100 weitere wurden entführt, teilten die Vereinten Nationen am Montag mit.

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UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderte die Behörden auf, die weitverbreitete Straflosigkeit in dem von Krisen erschütterten Karibikstaat mit seinen zwölf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zu beenden.

Seit der Ermordung des damaligen Präsidenten Jovenel Moïse im Jahr 2021 wird Haiti von immer brutaleren Bandenangriffen heimgesucht.

Bandengewalt fordert Tausende Todesopfer

Bewaffnete Banden kontrollieren inzwischen den Großteil der Hauptstadt Port-au-Prince. Immer wieder verüben sie Morde, Vergewaltigungen, Plünderungen und Entführungen.

"In Haiti hat Bandengewalt seit Jahresbeginn mindestens 2.300 Menschen das Leben gekostet, 1.100 weitere verletzt und zu 99 Entführungen geführt", sagte Türk. "Ich fordere die Behörden auf, die Justizeinheiten rasch zu stärken, um der Straflosigkeit ein Ende zu setzen."

Menschen, die wegen Zusammenstößen zwischen bewaffneten Banden aus ihren Häusern fliehen mussten, suchen in einer Polizeiwache in Port-au-Prince Zuflucht, 11. Mai 2026
Menschen, die wegen Zusammenstößen zwischen bewaffneten Banden aus ihren Häusern fliehen mussten, suchen in einer Polizeiwache in Port-au-Prince Zuflucht, 11. Mai 2026 AP Photo

"Die neue Eingreiftruppe gegen Banden, die Gang Suppression Force (GSF), wird dringend gebraucht und muss im Einklang mit dem internationalen Menschenrecht agieren", sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte.

Neue Eingreiftruppe soll Bandengewalt unterbinden

Der UN-Sicherheitsrat hatte im vergangenen Jahr der Aufstellung der neuen internationalen GSF zugestimmt. Ihr Auftrag ist es, die Banden unschädlich zu machen.

Die Truppe soll nach und nach die bisherige Multinationale Unterstützungsmission für die haitianische Polizei (MMAS) ablösen.

Der Rat gab der GSF im vergangenen September auf Drängen der Vereinigten Staaten grünes Licht, weil es Befürchtungen gab, die MMAS sei zu schlecht ausgerüstet und finanziert.

Ein erster Einsatzplan liegt bereits vor. Er hält sich an die vom Sicherheitsrat erlaubte Obergrenze von 5.500 Soldatinnen, Soldaten und Polizeikräften. Die Entsendung soll schrittweise erfolgen.

Kinder stehen neben Polizisten in Port-au-Prince, 27. April 2026
Kinder stehen neben Polizisten in Port-au-Prince, 27. April 2026 AP Photo

Türk präsentierte seine weltweite Lageeinschätzung zum Auftakt der 62. Tagung des UN-Menschenrechtsrats.

Dem Rat gehören 47 Staaten an. Er tagt in Genf drei Mal im Jahr zu regulären Sitzungen. Die laufende, bis zum 7. Juli dauernde Zusammenkunft ist die zweite Sitzung des Jahres 2026.

UN-Generalsekretär António Guterres wird Haiti am Dienstag besuchen, um seine Solidarität mit den Opfern der Bandengewalt zu zeigen, sagte sein Sprecher Farhan Haq vergangene Woche.

Es handele sich um "einen Solidaritätsbesuch, bei dem er Männer, Frauen und Kinder treffen wird, die unter der Gewalt leiden", sagte Haq vor Journalistinnen und Journalisten.

Weitere Quellen • AFP

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