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Sechs Tote bei Extrem-Winter in Europa: Experten warnen vor Glätte und Schnee auf den Straßen

Autos fahren um eine Kurve in einem verschneiten Wald im Taunus in der Nähe von Frankfurt, 6. Januar, 2026
Autos fahren um eine Kurve in einem verschneiten Wald im Taunus in der Nähe von Frankfurt, 6. Januar, 2026 Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Seit dem Temperatursturz am Montag sind in Frankreich fünf Menschen und in Bosnien eine Frau ums Leben gekommen. Starke Schnee- und Regenfälle führen vielerorts zu Verkehrsstörungen, Überschwemmungen und Stromausfällen.

Die eisigen Temperaturen haben am Dienstag weite Teile Europas in ein Verkehrschaos gestürzt. Sechs Menschen starben bei wetterbedingten Unfällen während des bisher schlimmsten Kälteeinbruchs in diesem Winter.

Auch in Deutschland wurden am bayerischen Alpenrand Tiefsttemperaturen von mehr als minus 20 Grad Celsius verzeichnet. Für große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie den Süden Sachsens hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) Warnungen vor strengem Frost und Unterkühlung ausgesprochen. Wetter-Experte Karsten Brandt sagt der "Bild" dies sei eine Extremlage: Die Kombination von Eisregen und Schneeverwehungen würde für gefährliche Glätte sorgen. Der Ratschlag von Brandt für das Ende der Woche: "Planen Sie um, bleiben Sie zu Hause. Auf den Straßen besteht am Donnerstag und am Freitag Lebensgefahr!"

DWD warnt vor Unterkühlung bei strengem Frost

In Teilen Deutschlands rät der DWD dazu, sich nicht länger als nötig im Freien aufzuhalten. Erwartet werden im Süden und Osten Deutschlands Temperaturen um die minus zehn Grad. An der Grenze zu Tschechien, Österreich und im Alpenvorland bleibt es weiterhin eiskalt. Der DWD empfiehlt daher, längere Aufenthalte im Freien zu vermeiden und Frostschutzmaßnahmen zu ergreifen. Dazu zählt beispielsweise, Pflanzen abzudecken und Wasser aus Außenleitungen abzulassen.

Für die restlichen Gebiete in Deutschland gilt eine Warnung vor mäßigem Frost, auch hier könnten Frostschäden auftreten. Außerdem bleibt es landesweit glatt, tagsüber ist mit neuem Schneefall und Eisregen zu rechnen. Insbesondere im Norden Deutschlands ist mit Neuschnee zwischen 15 und 20 Zentimetern zu rechnen. Gegen Ende der laufenden Woche ist außerdem mit Verwehungen, Sturmböen und Orkanböen in den höheren Berglagen zu rechnen.

Im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen ist aufgrund der Wetterlage die Schule am Dienstag ausgefallen. Alle allgemeinbildenden Schulen, Berufsschulen und Förderschulen waren betroffen, wie die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen mitteilte.

Weiterhin Vorsicht geboten: Andauernde Schneefälle und eisige Temperaturen sorgen für Glätte auf den Straßen.
Weiterhin Vorsicht geboten: Andauernde Schneefälle und eisige Temperaturen sorgen für Glätte auf den Straßen. (c) Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Die Entscheidung, ob der Unterricht auch in den kommenden Tagen ausfallen könnte, trifft die jeweilige Schulaufsichtsbehörde mit Unterstützung des Landespolizeiamts. Laut dem niedersächsischen Kultusministerium kommt es darauf an, die Sicherheit der Schüler auf dem Schulweg - also auch im Verkehr - zu gewährleisten.

Außerdem warnen Behörden in ganz Deutschland vor dem Betreten von Eisflächen. Nicht alle Seen und Kanäle sind trotz der andauernden Minustemperaturen sicher genug, um das Gewicht von Menschen zu halten. So warnte beispielsweise die Feuerwehr in Mecklenburg-Vorpommern, das Eis auf den Gewässern sei noch nicht stabil.

Starker Schneefall: Tote in Frankreich

Seit dem Temperatursturz am Montag sind in Frankreich fünf Menschen und in Bosnien eine Frau ums Leben gekommen. Heftige Schneefälle und starker Regen hatten zu Überschwemmungen und Stromausfällen auf dem Balkan geführt.

Drei Menschen starben am Montagmorgen bei Unfällen im Südwesten Frankreichs, die auf Glatteis zurückzuführen waren. Ein Taxifahrer starb am Montagabend im Krankenhaus, nachdem sein Fahrzeug von der Straße abgekommen und in den Fluss Marne in der Region Paris gestürzt war.

Nachdem am Wochenende in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo fast 40 Zentimeter Schnee gefallen waren, starb eine Frau im Krankenhaus. Sie war von einem Baum getroffen worden, der am Montag unter der Last des Schneefalls zusammengebrochen war, so die Polizei.

Frisch gefallener Schnee liegt auf den Dächern von Häusern in Kronberg bei Frankfurt, 6. Januar 2026
Frisch gefallener Schnee liegt auf den Dächern von Häusern in Kronberg bei Frankfurt, 6. Januar, 2026 AP Photo

Niederländische Wetterkapriolen

Während der Schneefälle in den Niederlanden meldete der Amsterdamer Flughafen Schiphol, dass im Laufe des Tages etwa 600 Flüge ausfielen, da die Besatzungen die Start- und Landebahnen räumten und die Flugzeuge, die auf ihren Abflug warteten, enteisten. Für den Rest der Woche wurde weiterer Schneefall vorhergesagt.

Die niederländische Fluggesellschaft KLM teilte mit, dass ihr die Glykolflüssigkeit, die sie zusammen mit heißem Wasser zum Enteisen der Flugzeuge vor dem Start verwendet, ausgegangen sei. Nach tagelangen Minusgraden hatten Flughäfen in ganz Europa mit ähnlichen Problemen zu kämpfen.

Schon die An- und Abreise zum Flughafen außerhalb der niederländischen Hauptstadt gestaltete sich schwierig, da eingefrorene Weichen und eine Softwarepanne am frühen Morgen das niederländische Bahnsystem ins Stocken brachten.

Zwei niederländische Jugendliche radeln vorsichtig auf einem eisbedeckten Radweg in der Nähe eines Kinderbauernhofs in der Stadt Voorburg, 6. Januar 2026
Zwei niederländische Jugendliche radeln vorsichtig auf einem eisbedeckten Radweg in der Nähe eines Kinderbauernhofs in der Stadt Voorburg, 6. Januar 2026 AP Photo

Der Bahnverkehr wurde am späten Vormittag wieder teilweise aufgenommen, aber die Strecken um Amsterdam blieben wegen der eisigen Bedingungen weitgehend gesperrt, wie die nationale Eisenbahngesellschaft NS auf ihrer Website mitteilte.

Sie forderte die Pendler auf, "nur zu reisen, wenn es absolut notwendig ist".

Pendler, die gezwungen waren, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, mussten ebenfalls mit längeren Fahrtzeiten rechnen, da eine Kombination aus Schnee und Eis den Verkehr auf einigen Autobahnen behinderte.

Nasses Wetter in Rom

In Rom haben die wochenlangen Regenfälle, die den Tiber über die Ufer treten ließen, die Weihnachtsfeierlichkeiten von Papst Leo XIV. erneut getrübt.

Der Petersplatz war am Dienstag nur teilweise gefüllt, als sich einige tausend Menschen unter Regenschirmen drängten, um zu hören, wie der Pontifex von der Loggia des Petersdoms aus den Dreikönigssegen erteilte.

Papst Leo XIV. spricht das Angelus-Mittagsgebet von der Hauptloggia des Petersdoms im Vatikan, 6. Januar 2026
Papst Leo XIV. spricht das Angelus-Mittagsgebet von der zentralen Loggia des Petersdoms im Vatikan, 6. Januar 2026 AP Photo

In Rom hat es seit Weihnachten ununterbrochen geregnet. Bürgermeister Roberto Gualtieri hat für Dienstag eine Verordnung erlassen, die den öffentlichen Zugang zu Parks und anderen Gebieten, die durch umgestürzte Bäume und Überschwemmungen gefährdet sind, einschränkt.

Weiter nördlich schneite es in Bologna und gab den Skifahrern in den Dolomiten Grund zur Freude, auch wenn für die kommenden Tage für weite Teile des Nordens und der Mitte der Halbinsel eisige Temperaturen vorhergesagt werden.

Sinkende Temperaturen im Vereinigten Königreich

Ein Kälteeinbruch ließ die Temperatur in den nördlichen Teilen Großbritanniens über Nacht auf bis zu minus 12,5 Grad Celsius sinken. Der Schnee behinderte den Bahn-, Straßen- und Flugverkehr. Auch hier wurden hunderte Schulen aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Bamburgh Castle umgeben von Schnee in Bamburgh, 6. Januar, 2026
Bamburgh Castle, umgeben von Schnee, in Bamburgh, 6. Januar 2026 AP Photo

Pferderennen und Fußballspiele wurden wegen Schnee und Frost abgesagt, und ein durch Eis verursachter Stromausfall legte die U-Bahn in Glasgow lahm.

Für Nordschottland wurden für Dienstag bis zu 15 Zentimeter Schnee vorhergesagt, wo einige Menschen bereits von früheren Schneefällen eingeschneit wurden.

Der nordostschottische Abgeordnete Andrew Bowie bezeichnete die Lage als "kritisch" und forderte die Entsendung von Soldaten, um den Schnee zu räumen und die gestrandeten Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen.

Eisiger Balkan

In den Balkanländern kam es zu heftigen Schneefällen und heftigen Regenfällen, die Flüsse anschwellen ließen und zu Verkehrsproblemen sowie Unterbrechungen der Strom- und Wasserversorgung führten.

In Serbien leiteten einige westliche Gemeinden aufgrund des schlechten Wetters Notfallmaßnahmen ein.

In Bosnien brachte Glatteis am Dienstagmorgen Autos zum Stehen und zwang die Fahrer, auf dem Weg zum Berg Bjelasnica oberhalb von Sarajevo am Straßenrand zu parken.

In Kroatien und Montenegro wurde die Adriaküste von starkem Wind und stürmischer See heimgesucht. Videoaufnahmen zeigten, wie das Meer während eines Sturms Ferienhäuser in Ada Bojana im Süden Montenegros umspülte.

Weitere Quellen • AP, AFP

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