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Fliegende Fähren und Artenschutz-Erfolge: Hoffnungsvolle Umweltgeschichten 2026

Stockholm testet 'fliegende' E-Fähre: 94 Prozent weniger Emissionen, mehr Fahrgäste.
Stockholms „fliegende“ Elektrofähre senkt die Emissionen um 94 Prozent und lockt deutlich mehr Fahrgäste an. Copyright  Candela
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Von Angela Symons
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Klimasorgen sind real. Darum zeigen wir in diesem Jahr die hoffnungsvollsten Geschichten und machen deutlich: Für unser Klima gibt es noch Chancen.

Mächtige Staaten Klimaschutzauflagen zurückfahren und die Temperaturen nähern sich immer weiter gefährlichen Schwellenwerten. Da fällt es schwer, sich nicht um den Zustand unseres Planeten zu sorgen.

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Für uns als Green-Journalistinnen und -Journalisten gehören Klimaangst, Klimadüsterkeit und sogar existenzielle Umweltsorgen zum Alltag.

Diese Begriffe fassen negative Gefühle wie Stress, Angst, Wut und Trauer zusammen, die entstehen, wenn uns die Realität der Erderwärmung wirklich bewusst wird. Mit fast täglichen Berichten über Zerstörung und Todesopfer durch Extreme Wetterereignisse spüren wir die Folgen der Klimakrise praktisch überall.

Fachleute raten jedoch, sich nicht von Hilflosigkeit lähmen zu lassen, sondern diese Gefühle in konkretes Handeln zu verwandeln.

Wir bei Euronews Green wissen, dass wir eine wichtige Rolle im Kampf gegen Klimadüsterkeit spielen. Unsere Aufgabe ist es, ehrlich und präzise zu berichten – ohne die Lage kleinzureden oder mit Greenwashing zu beschönigen. Zugleich wollen wir daran erinnern, dass es immer Hoffnung gibt.

Deshalb sammeln wir seit vier Jahren positive Umweltmeldungen. Jedes Jahr berichten wir über Hunderte von guten Nachrichten – von Öko-Innovationen und grünen Durchbrüchen bis zu Klimasiegen und berührenden Geschichten aus der Natur.

Hier finden Sie die wichtigsten positiven Geschichten dieses Jahres bisher – von kleinen, lokalen Projekten und skurrilen Ideen, die uns zum Lächeln gebracht haben, bis zu großen, potenziell weltverändernden Entwicklungen.

Sind Sie auf eine starke, positive Geschichte gestoßen, über die wir noch nicht berichtet haben? Schreiben Sie uns gern über Instagram (Quelle auf Englisch) oder X und teilen Sie Ihre Ideen.

Positive Umweltgeschichten aus dem Februar 2026

„Absurder“ Plan aus Zoo in Florida rettet wildem Nashorn in Afrika das Augenlicht

Verhaltensforscherinnen und -forscher aus Florida reisten im August nach Afrika, um einem bedrohten Breitmaulnashorn mit einer lebensgefährlichen parasitären Augeninfektion zu helfen.

Sie entwickelten einen Plan, der auf Erfahrungen aus dem Palm-Beach-Zoo beruht. Dort lernen Tiere, freiwillig an ihrer eigenen Behandlung mitzuwirken.

„Die Nashörner blühen jetzt richtig auf, und das Team ist fest überzeugt, dass diese Methode ihr Problem gelöst hat“, sagt Angi Lacinak, Mitgründerin von Precision Behavior.

Leise, bequem und emissionsarm: Wie diese „fliegende“ Fähre Stockholms Wasserwege verändert

Ende 2024 erhielten Pendlerinnen und Pendler in Stockholm eine neue Möglichkeit, die schwedische Hauptstadt zu überqueren: eine „fliegende“ Elektrofähre.

Gut ein Jahr später zieht die schwedische Verkehrsbehörde Bilanz: Die Pilotstrecke gilt als voller Erfolg.

Rückkehr der Gänsegeier auf Sardinien gilt als eine der größten Naturschutz-Erfolgsgeschichten Italiens

Zu Beginn der 2010er Jahre standen die Gänsegeier auf Sardinien kurz vor dem Aussterben.

Die Bestände brachen ein. Ursache war vor allem indirekte Vergiftung, etwa durch Pestizide und andere Chemikalien in Aas, von dem sich die Vögel ernähren.

Heute leben auf der italienischen Insel wieder mehr als 500 Tiere – eine der beeindruckendsten Erfolgsgeschichten des italienischen Naturschutzes.

Ein „Uber auf Schienen“: Französisches Unternehmen rüstet Kleintransporter für Gleise um, um stillgelegte Strecken zu beleben

In Frankreich liegen Tausende Kilometer stillgelegter Bahnstrecken, deren Sanierung für schwere, moderne Züge zu teuer wäre.

Ein Start-up hat nun eine alternative Lösung entwickelt, um sie wieder zu nutzen.

Statt neuer Züge sollen auf den Trassen künftig Hybrid-Vans verkehren, sogenannte „Ferromobiles“, die von der Ingenieursfirma SICEF entwickelt wurden.

Portugal führt die EU-Rangliste an: Mehr als achtzig Prozent des Januarstroms stammen aus erneuerbaren Quellen

Nach Angaben des portugiesischen Verbands für erneuerbare Energien (APREN) stammten im Januar 2026 beeindruckende 80,7 Prozent des in Portugal erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien.

Das ist der beste Wert seit neun Monaten. Damals hatte ein landesweiter Stromausfall Portugal ins Chaos gestürzt. Mit dem neuen Rekord klettert das Land in Europa insgesamt auf Platz zwei. Das Nicht-EU-Land Norwegen liegt mit einem Ökostromanteil von 96,3 Prozent an der Spitze, Dänemark folgt mit 78,8 Prozent auf Rang drei.

„Heißer Sand für ein kühleres Klima“: Hat Finnland endlich eine Lösung für Emissionen aus industrieller Prozesswärme gefunden?

Finnland nutzt die unerwartete Kraft von Sand, um die industrielle Wärmeerzeugung zu dekarbonisieren – einen großen blinden Fleck in der globalen Emissionsbilanz.

Die Erzeugung industrieller Prozesswärme gehört zu den größten und schwierigsten Quellen von CO₂-Emissionen. Sie macht rund ein Fünftel des weltweiten Energieverbrauchs aus.

Verbessern Heißluftfritteusen heimlich die Luftqualität in Innenräumen?

Heißluftfritteusen verbrauchen oft weniger Strom als herkömmliche Backöfen. Sie helfen deshalb vielen Haushalten, ihre Energiekosten trotz steigender Preise zu senken.

Neue Forschungen legen nun nahe, dass sie auch die Luftqualität in Innenräumen verbessern können – unter einer wichtigen Bedingung.

Positive Umweltgeschichten aus dem Januar 2026

„Runter von der fossilen Achterbahn“: zehn europäische Staaten sagen 9,5 Milliarden Euro für Windprojekte in der Nordsee zu

Fast ein Dutzend Länder haben sich zusammengeschlossen, um von der „fossilen Achterbahn“ herunterzukommen und die Windenergie auf ein neues Niveau zu bringen.

Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Island, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und das Vereinigte Königreich haben die „Hamburger Erklärung“ unterzeichnet. Darin verpflichten sie sich, bis 2050 gemeinsame Offshore-Windprojekte mit einer Leistung von insgesamt 100 Gigawatt in den gemeinsamen Nordseegewässern zu realisieren. Das entspricht genug Strom, um etwa 143 Millionen Haushalte zu versorgen.

Kann ein „nachhaltiges“ Fungizid Frankreichs Weinberge vor klimabedingten Krankheiten retten?

Winzerinnen und Winzer schöpfen neue Hoffnung, nachdem Frankreich Fungizide verboten hat, auf die sie bislang stark vertraut hatten, um ihre Trauben vor Mehltau und Schimmel zu schützen.

Sean Smith, CEO des britischen Technologieunternehmens Eden Research, hat eine „tragfähige und nachhaltige“ Alternative zu kupferhaltigen Pestiziden entwickelt.

Solar- und Windenergie überholen in der EU erstmals fossile Energieträger

Wind- und Solarkraft haben 2025 in der EU erstmals mehr Strom erzeugt als fossile Brennstoffe – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu sauberer Energie.

„Historisches“ Hochseeabkommen tritt in Kraft

Das seit Langem erwartete Hochseeabkommen ist in Kraft getreten und gilt als historischer Meilenstein für den weltweiten Meeresschutz.

Die Hohe See nimmt fast die Hälfte der Erdoberfläche ein, liegt außerhalb nationaler Hoheitsgebiete und gehört damit zum globalen Gemeingut. Bislang gab es keinen eigenen Rechtsrahmen, um die Artenvielfalt in diesen internationalen Gewässern zu schützen und sicherzustellen, dass die Nutzung ihrer Ressourcen fair zwischen den Staaten verteilt wird.

Wir unterschätzen die Kraft CO₂-speichernder Pilze – lernen Sie die Wissenschaftlerin kennen, die das ändern will

Ein „unsichtbarer“ Schlüssel im Kampf gegen die Klimakrise rückt in den Fokus: Die Evolutionsbiologin Dr. Toby Kiers hat den Tyler Prize for Environmental Achievement 2026 erhalten.

Der Preis gilt als eine Art „Klimanobelpreis“. Er würdigt „herausragende“ wissenschaftliche Leistungen in Umweltforschung, Gesundheit und Energie zum Nutzen der Menschheit und ist mit 250.000 Dollar, rund 215.000 Euro, dotiert.

Wie die Korallenriffe der Ozeane zur Geheimwaffe gegen weltweite Ernährungsunsicherheit werden könnten

Korallenriffe könnten zu einem zentralen Baustein im Kampf gegen den weltweiten Hunger und für bessere Ernährung werden.

Neue Forschungen des Smithsonian Tropical Research Institute (STRI) zeigen, dass sich Bestände von Korallenfischen wieder aufbauen und auf ein „nachhaltiges Niveau“ managen lassen. Das könnte ein Weg sein, Mangelernährung zu bekämpfen – in manchen Regionen sogar innerhalb von nur sechs Jahren.

Seltene Walart erlebt ermutigende Geburtensaison

Eine der seltensten Walarten der Welt bringt in dieser Saison mehr Junge zur Welt als in manchen der vergangenen Jahre. Fachleute betonen jedoch, dass deutlich mehr Nachwuchs nötig ist, um ein Aussterben abzuwenden.

Der Bestand des Nordatlantischen Glattwals wird auf etwa 384 Tiere geschätzt und nimmt nach mehreren Jahren des Rückgangs langsam wieder zu.

Frankreichs Verbot von „Ewigkeitschemikalien“ tritt in Kraft – das ändert sich jetzt

Frankreichs Verbot von sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ gilt seit dem ersten Januar. Auslöser waren wachsende Sorgen über die gesundheitlichen Folgen dieser langlebigen Schadstoffe.

Das wegweisende Gesetz wurde am zwanzigsten Februar 2025 verabschiedet, nachdem mehr als 140.000 Bürgerinnen und Bürger ihre Abgeordneten aufgefordert hatten, dem Verbot zuzustimmen.

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