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Aktivisten: Über 4.000 Tote nach blutiger Niederschlagung der Proteste im Iran

Auf diesem Foto, das Associated Press vorliegt, nehmen Iraner an einem Protest gegen die Regierung in Teheran, Iran, am Freitag, 9. Januar 2026, teil.
Auf diesem Foto, das Associated Press vorliegt, nehmen Iraner an einem Protest gegen die Regierung in Teheran, Iran, am Freitag, 9. Januar 2026, teil. Copyright  UGC via AP
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Von Emma De Ruiter
Zuerst veröffentlicht am
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Menschenrechtler melden nach der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Iran inzwischen mehr als 4.000 Tote. Irans Oberster Führer Khamenei spricht von „mehreren Tausend“ Opfern und gibt den USA die Schuld. In Washington warnt Präsident Trump vor „roten Linien“.

Nach Angaben der in den USA ansässigen Human Rights Activists News Agency übersteigt die Zahl der Todesopfer bei der staatlichen Niederschlagung der landesweiten Proteste gegen die iranische Regierung inzwischen 4.000.

Die Menschenrechtsgruppe bezifferte die Zahl am Dienstag auf mindestens 4.029. Demnach sollen 3.786 Demonstranten getötet worden sein, außerdem 180 Angehörige der Sicherheitskräfte. Hinzu kommen 28 Kinder und 35 Personen, die nicht an Protesten beteiligt gewesen sein sollen.

Für ihre Zählung stützt sich die Agentur nach eigenen Angaben auf ein Netzwerk von Aktivisten im Land. Dieses bestätigt gemeldete Todesfälle.

Die Organisation geht davon aus, dass die Zahl noch deutlich steigen könnte, sobald weitere Informationen aus dem Iran nach außen dringen. Das Land ist weiterhin von der staatlich angeordneten Internetabschaltung betroffen.

Die iranischen Behörden nennen keine genaue Zahl. Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei räumte am Samstag erstmals ein, die Proteste hätten „mehrere Tausend“ Menschen das Leben gekostet. Zugleich machte er die Vereinigten Staaten dafür verantwortlich.

Die Human Rights Activists News Agency meldete zudem mehr als 26.000 Festnahmen. Äußerungen der Behörden schüren die Sorge, dass einige der Inhaftierten hingerichtet werden könnten.

Demonstranten tanzen und jubeln um ein Lagerfeuer bei einer Demonstration im Iran, 9. Januar 2026
Demonstranten tanzen und jubeln um ein Lagerfeuer bei einer Demonstration im Iran, 9. Januar, 2026 AP Photo

Verhältnis mit USA bleibt angespannt

Nach der gewaltvollen Niederschlagung der Proteste im Iran ist Außenminister Araghtschi von der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos ausgeladen worden.

„Obwohl er im letzten Herbst eingeladen wurde, bedeutet der tragische Verlust von Zivilisten im Iran in den letzten Wochen, dass es für die iranische Regierung nicht richtig ist, dieses Jahr in Davos vertreten zu sein“, erklärte das Forum.

Araghchi verurteilte die Entscheidung. Das Forum habe seinen Auftritt „aufgrund von Lügen und politischem Druck seitens Israels und seiner in den USA ansässigen Stellvertreter und Apologeten“ abgesagt, sagte er.

Menschen verbrennen US-amerikanische und israelische Flaggen während einer Kundgebung zur Unterstützung der iranischen Regierung in Istanbul, 18. Januar 2026
Menschen verbrennen US-amerikanische und israelische Flaggen während einer Kundgebung zur Unterstützung der iranischen Regierung in Istanbul, 18. Januar 2026 AP Photo

Auch die Münchner Sicherheitskonferenz zog ihre Einladung an iranische Regierungsvertreter wegen des harten Vorgehens zurück.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran bleiben derweil hoch. Präsident Donald Trump hat zwei rote Linien benannt: die Tötung friedlicher Demonstranten und Massenhinrichtungen nach den Protesten.

Trump kündigte wiederholt an, einzugreifen, falls seine Regierung zu dem Schluss komme, Teheran habe diese Grenzen überschritten.

Ein US-Flugzeugträger, der sich zuvor im Südchinesischen Meer aufgehalten hatte, passierte in der Nacht Singapur und fuhr in die Straße von Malakka ein. US-Medien berichten, die Route könne in Richtung Naher Osten führen.

Schiffsverfolgungsdaten zeigen, dass die USS Abraham Lincoln sowie weitere US-Kriegsschiffe durch die Meerenge fuhren.

Es würde allerdings noch mehrere Tage dauern, bis die Flugzeuge des Trägers in Reichweite der Region wären. Dort befindet sich bislang weder eine Flugzeugträgerkampfgruppe noch eine amphibische Einsatzgruppe. Zudem lehnen die arabischen Golfstaaten einen solchen Angriff weitgehend ab. Das dürfte Debatten über eine Militäroperation zusätzlich erschweren.

Weitere Quellen • AP

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