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"Ohne Gewalt": Trump rudert zurück bei Grönland-Plänen

US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, 21. Januar 2026
US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, 21. Januar 2026 Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Laura Fleischmann
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Merz mache einen "guten Job", so Trump bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Kein gutes Haar lässt der US-Präsident hingegen an "Sleepy Joe" und der NATO.

Knapp eine Stunde und 30 Minuten Redezeit füllte US-Präsident Donald Trump in Davos, und er verteilte viel Lob an sich selbst. Der US-Wirtschaft gehe es „besser denn je zuvor“. Seine 12 Monate im Amt hätten die USA zum „heißesten Land“ der Welt gemacht. Schon bald gebe es „Wachstum wie es möglicherweise noch nie ein Land zuvor gesehen hat“.

Trump nutzte die Bühne, um Europas Staats- und Regierungschefs, von denen viele in Davos versammelt sind, auch gleich Ratschläge zu erteilen: „Europa ist nicht auf dem richtigen Weg. Zu viel Geld wird ausgegeben, zu viele Migranten aufgenommen, zu viele Produkte importiert“, so Trump. „Wir wollen starke Partner, nicht geschwächte.“

Seitenhiebe verteilte Trump auch gegen seinen Vorgänger, Ex-Präsident Joe Biden. „Sleepy Joe“ und das Narrativ der „manipulierten Wahlen“ schafften es so auch nach Davos.

Sanfter als gewohnt äußerte Trump sich über seine Annexionspläne für Grönland – oder Island, wie Trump die Insel mehrmals versehentlich nannte. „Gewalt“ wolle er keine mehr anwenden.

„Ich glaube, dass er zu wenig Unterstützung aus der US-Administration bekommt“, sagt der ehemalige Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Karl-Heinz Kamp, zu Euronews. „Bisher gab es niemanden bei den Republikanern, der ihm entgegengetreten ist. Aber Sicherheitsexperten und amerikanische Militärs sind sich des Werts der NATO bewusst.“ Zum ersten Mal würden sie Trump auffordern, zurückzurudern. „Nach außen muss Trump trotzdem zeigen, dass er Grönland möchte.“

Mehrmals forderte Trump dennoch Dänemark auf, die Insel den USA zu überlassen – nicht wegen Bodenschätzen, sondern wegen der strategischen Lage. „Die Antwort kann ja sein, und wir sind dankbar. Oder die Antwort ist nein, und wir werden uns daran erinnern“, so der US-Präsident.

Was das konkret bedeutet, ist unklar. NATO-Experte Kamp betont allerdings: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die NATO sich auch ohne die USA ausreichend gegen Russland verteidigen kann.“

In seiner Rede rechtfertigte Trump zudem seine Invasion in Venezuela. „Sie werden mehr Geld in den nächsten sechs Monaten machen als in den vergangenen 20 Jahren“, so Trump, und spielt auf die großen Ölreserven des Landes an, die er nun verkaufen wolle.

Ein Daumenhoch gab es außer für sich selbst auch für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der Trumps Rede in persona allerdings verpasste. Der deutsche Regierungschef mache einen guten Job, sagte Trump.

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