Bei israelischen Angriffen auf den Gazastreifen sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten palästinensischen Behörden am Mittwoch mindestens elf Menschen getötet worden. Seit Oktober gilt dort eine Waffenruhe.
Drei Journalisten kamen nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Zivilschutzbehörde am Mittwoch südwestlich von Gaza-Stadt bei einem Drohnenangriff auf ein Fahrzeug des ägyptischen Hilfskomitees im Gazastreifen ums Leben, darunter ein freier Mitarbeiter der französischen Nachrichtenagentur AFP. Sie dokumentierten die Arbeit des Komitees, wie ein Sprecher des Komitees erklärte. Das Team habe ein neues, von einem ägyptischen Regierungskomitee verwaltetes Vertriebenenlager in der Gegend von Netzarim gefilmt.
Das israelische Militär erklärte, es habe Verdächtige gesichtet, die eine Drohne betrieben hätten. Die Drohne habe eine Bedrohung für die Truppen dargestellt. Die Streitkräfte hätten deswegen die Verdächtigen "präzise" angegriffen. Die AFP forderte eine umfassende Untersuchung des Vorfalls.
Mahmoud Jamal vom ägyptischen Regierungskomitee, das das Vertriebenenlager verwaltet, widersprach der Darstellung des israelischen Mititärs. Die Journalisten hätten "keine Bedrohung" dargestellt: "Dieses Gebiet ist eine grüne Zone, und es gab keinen Beschuss oder etwas Ähnliches. Sie sind dort ganz normal ihrer Arbeit nachgegangen, wie alle anderen auch."
Bei anderen Angriffen ebenfalls am Mittwoch wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums acht weitere Menschen getötet, darunter ein 13-Jähriger, sein Vater und ein 22-jähriger Mann im Flüchtlingslager Bureij. Auch sie wurden laut Mitarbeitern des Al-Aqsa-Krankenhauses in Deir al-Balah von israelischen Drohnen getroffen.
Außerdem wurden nach Angaben eines weiteren Krankenhauses die Leichen eines 13-Jährigen und einer Frau eingeliefert, die beide von israelischen Truppen an zwei verschiedenen Orten erschossen worden sein sollen.
Die Mutter des Jungen berichtete, er sei weggegangen, um Feuerholz zu sammeln, damit sie kochen könne: "Er ging am Morgen hungrig hinaus. Er sagte mir, er würde schnell gehen und dann zurückkommen."
Seit Oktober gilt im Gazastreifen eine Waffenruhe zwischen der Hamas und der israelischen Armee.