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"Doomsday Clock": Weltuntergangsuhr steht nur noch 1,5 Minuten vor Mitternacht

Mitglieder des Bulletin of the Atomic Scientists enthüllen die Weltuntergangsuhr um 85 Sekunden vor Mitternacht in Washington, 23. Januar 2026
Mitglieder des Bulletin of the Atomic Scientists enthüllen die Weltuntergangsuhr um 85 Sekunden vor Mitternacht in Washington, 23. Januar 2026 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Es ist nur noch 85 Sekunden vor Zwölf: Aufgrund der zunehmenden Bedrohung durch Atomwaffen, Klimawandel und Desinformation wurde die Weltuntergangsuhr, die sogenannte "Doomsday Clock" so nah an Mitternacht gestellt wie noch nie.

Mit der sogenannten "Doomsday Clock" warnt eine NGO vor dem Weltuntergang. Sie wurde neu gestellt: Die aktuelle Weltlage hat den Minutenzeiger auf 85 Sekunden vor Mitternacht vorgerückt.

Die "Weltuntergangsuhr" soll anzeigen, wie nahe die Menschheit einer Katastrophe ist. Sie rückte am Dienstag näher denn je an Mitternacht heran, da die Besorgnis über Atomwaffen, Klimawandel und Desinformation wächst.

Dahinter steht die Nichtregierungsorganisation Bulletin of the Atomic Scientists. Die NGO hatte die metaphorische Uhr zu Beginn des Kalten Krieges aufgestellt. So nah wie jetzt, etwa anderthalb Minuten vor Mitternacht, waren wir dem Untergang noch nie. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Uhr vier Sekunden verstellt worden.

Doomsday Clock - so nah am Untergang wie noch nie

Knapp ein Jahr nach dem Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump verkündete die Organisation das Update. Trump hat im vergangenen Jahr mit globalen Normen gebrochen, indem er unter anderem einseitige Angriffe anordnete und sich aus einer Reihe internationaler Organisationen zurückzog.

Russland, China, die USA und andere große Länder seien "zunehmend aggressiv, feindselig und nationalistisch geworden", heißt es in einer Erklärung, in der die Verschiebung der Uhr angekündigt wird. Sie wurde nach Beratungen mit einem Gremium festgelegt, dem acht Nobelpreisträger angehören.

"Hart errungene globale Vereinbarungen brechen zusammen, beschleunigen einen Wettbewerb der Großmächte, bei dem der Gewinner alles bekommt, und untergraben die internationale Zusammenarbeit, die für die Verringerung der Risiken eines Atomkriegs, des Klimawandels, des Missbrauchs der Biotechnologie, der potenziellen Bedrohung durch künstliche Intelligenz und anderer apokalyptischer Gefahren entscheidend ist", heißt es in der Erklärung weiter.

Nukleares Wettrüsten, Auflösung globaler Abkommen, Klimawandel, Künstliche Intelligenz...

Das Doomsday Clock Board warnte vor den erhöhten Risiken eines nuklearen Wettrüstens, da das New START-Abkommen zur Rüstungsreduzierung zwischen Washington und Moskau kommende Woche ausläuft. Unterdessen treibt Trump ein kostspieliges "Golden Dome"-Raketenabwehrsystem voran, das den Weltraum weiter militarisieren würde.

Die Gruppe wies auch auf Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen hin, die mit der globalen Erwärmung zusammenhängen, sowie auf das Versäumnis der Nationen, sinnvolle Vereinbarungen zu deren Bekämpfung zu treffen.

"Wir erleben ein Informations-Armageddon - die Krise hinter allen Krisen - angetrieben von einer extraktiven und räuberischen Technologie, die Lügen schneller verbreitet als Fakten und von unserer Spaltung profitiert", sagte Maria Ressa, philippinische Investigativjournalistin und Friedensnobelpreisträgerin.

Die Vorstandsmitglieder haben außerdem vor einer Zersplitterung des weltweiten Vertrauens gewarnt. "Wenn sich die Welt in ein Wir-gegen-Sie-Nullsummenkonzept aufspaltet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir alle verlieren", sagte Daniel Holz, Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Sicherheit der Gruppe.

Das Bulletin of Atomic Scientists wurde Ende 1945 von Albert Einstein, Robert Oppenheimer und anderen Atomwissenschaftlern des Manhattan-Projekts wie Eugene Rabinowitch und Hyman Goldsmith gegründet.

Ab 1947 nutzte die Interessengruppe eine Uhr als Symbol für die Möglichkeit und sogar Wahrscheinlichkeit, dass Menschen etwas tun, um die Menschheit zu vernichten.

Am Ende des Kalten Krieges im Jahr 1991 war sie mit 17 Minuten vor Mitternacht am weitesten fortgeschritten. In den letzten Jahren ist die Gruppe angesichts der raschen globalen Veränderungen dazu übergegangen, nicht mehr die Minuten bis Mitternacht, sondern die Sekunden herunterzuzählen.

Nach Ansicht der Gruppe könnte die Uhr zurückgedreht werden, wenn Staats- und Regierungschefs und Nationen zusammenarbeiten, um existenzielle Risiken zu bewältigen.

Weitere Quellen • AP, AFP

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