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Streik bei Lufthansa: Tausende Flüge betroffen

Lufthansa-Flieger am Flughafen Frankfurt am Main, 11. Februar 2026
Lufthansa-Flieger am Flughafen Frankfurt am Main, 11. Februar 2026 Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Laura Fleischmann
Zuerst veröffentlicht am
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Reisende in Deutschland müssen sich heute auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Seit Mitternacht stehen bei der Lufthansa große Teile des Flugbetriebs still. Sowohl Piloten als auch Kabinenpersonal haben die Arbeit niedergelegt.

Von Frankfurt über München bis nach Berlin: An vielen deutschen Airports bleiben Lufthansa-Flieger heute ab Boden. Der ganztägige Streik betrifft zahlreiche Flüge der Kernmarke und der Frachtsparte Lufthansa Cargo, die zwischen 0.01 Uhr und 23.59 Uhr von deutschen Flughäfen starten sollten.

Auch die Regionaltochter CityLine ist durch einen parallelen Warnstreik der Flugbegleiter betroffen, so die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo), die Gewerkschaft des Kabinenpersonals.

Wie viele Verbindungen konkret gestrichen werden, ließ das Unternehmen zunächst offen, wie der Spiegel berichtet. Klar ist jedoch: Es kommt zu umfangreichen Flugausfällen. Auswirkungen sind auch am Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg zu erwarten.

Nicht betroffen sind Airlines außerhalb der Lufthansa-Gruppe, darunter etwa Ryanair, Easyjet oder Condor. Innerhalb des Konzerns fliegen zudem Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways planmäßig weiter. Auch Eurowings und Discover sind nicht Teil des aktuellen Streikaufrufs.

Was Reisende jetzt wissen sollten

Die Lufthansa kündigte an, betroffene Passagiere automatisch umzubuchen, sofern Alternativen verfügbar sind. Informationen sollen per E-Mail verschickt werden. Fluggäste werden gebeten, ihre Kontaktdaten zu überprüfen und sich vor der Anreise zum Flughafen online über den Status ihres Fluges zu informieren.

Für innerdeutsche Strecken besteht zudem die Möglichkeit, auf die Bahn auszuweichen.

Darüber hinaus haben Reisende klare Rechte: Da es sich um einen unternehmensinternen Streik handelt, gilt dieser rechtlich nicht als "außergewöhnlicher Umstand". Bei kurzfristigen Annullierungen oder erheblichen Verspätungen können daher Ausgleichszahlungen zwischen 250 und 600 Euro fällig werden, wie die Rechtsanwältin und Expertin für Fluggastrechte Feyza Türkön dem Münchner Merkur mitteilte.

Zusätzlich gilt:

  • Anspruch auf kostenlose Ersatzbeförderung oder Erstattung des Ticketpreises
  • Verpflichtung der Airline, schnellstmöglich alternative Verbindungen – auch mit anderen Gesellschaften – zu organisieren
  • Anspruch auf Verpflegung, Hotelübernachtung und Kommunikationsmöglichkeiten bei längeren Wartezeiten
  • Rücktritt vom Vertrag bei mehr als fünf Stunden Verspätung

Reagiert die Airline nicht zeitnah, dürfen Passagiere selbst einen Ersatzflug buchen. Die Kosten müssen anschließend erstattet werden – auch wenn sie zunächst vorgestreckt werden müssen.

Lufthansa in der Verlustzone

Der Arbeitskampf der rund 4.800 Piloten dreht sich um höhere Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen Alters- und Übergangsversorgung. Bereits im vergangenen Herbst hatten sich die Mitglieder der Vereinigung Cockpit in einer Urabstimmung klar für Streikmaßnahmen ausgesprochen, diese jedoch zunächst ausgesetzt.

Parallel dazu fordert die Kabinengewerkschaft Ufo neue Tarifverträge für rund 20.000 Beschäftigte. Insbesondere bei der Tochtergesellschaft CityLine sieht die Gewerkschaft durch die Konzernstrategie hunderte Arbeitsplätze gefährdet und verlangt einen tariflichen Sozialplan.

Die Unternehmensführung reagiert mit deutlichen Worten und sprach von einer "völlig unnötigen Eskalation", so die Bild-Zeitung. Weitere Kostensteigerungen seien angesichts der wirtschaftlichen Lage nicht tragbar

Hintergrund ist, dass die Kernmarke Lufthansa im vergangenen Jahr in die Verlustzone gerutscht ist. Mit einem Sanierungsprogramm unter dem Titel "Turnaround" soll der Konzern wieder profitabel werden. Neue Geschäftszahlen werden Anfang März erwartet.

Bis dahin dürfte es für viele Reisende jedoch erst einmal beim Ausnahmezustand bleiben. Eine Rückkehr zum regulären Flugbetrieb wird frühestens am Freitag erwartet.

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