Am Donnerstag stehen die Flugzeuge der Lufthansa still. Denn sowohl die Piloten als auch die Flugbegleiter wollen ihre Arbeit niederlegen und so für höhere Betriebsrenten demonstrieren. Reisende müssen mit Ausfällen rechnen.
Am Donnerstag werden deutlich weniger Flugzeuge am deutschen Himmel zu sehen sein. Denn die Piloten der Lufthansa haben zum Streik aufgerufen. Sie fordern höhere Beiträge zur Betreibsrente - eine Einigung konnte bisher nicht erzielt werden.
Reisende, die am Donnerstag mit Lufthansa fliegen wollten, müssen mit massiven Flugausfällen rechnen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bestreikt den gesamten Donnerstag.
Betroffen davon sind Flüge der Lufthansa, aber auch der Frachtairline Lufthansa Cargo, die von deutschem Boden aus starten. Auch Anreisen von Cockpit-Beschäftigten zum Einsatzort, Bereitschafts- und Reservedienste sowie Simulatortrainings werden bestreikt.
Streik der Lufthansa-Piloten: Höhere Renten gefordert
Grund für den Streik ist ein Streit über die Betriebsrente. Die VC-Pilotengewerkschaft fordert für rund 4.800 Angestellte deutlich höhere Beiträge zur Betriebsrente.
Bereits seit Oktober sind die Piloten streikfähig, damals gab es eine Urabstimmung. Die Mehrheit hatte für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt, doch bisher sollte der Konflikt administrativ geregelt werden. Nachdem allerdings keine Einigung zu höheren Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten erzielt werden konnte, läutet die Berufsgruppe nun den Arbeitskampf ein.
Das Management der Airline lehnte das bisher ab. Um "Produktivität" und "Flexibilität" der Marke zu gewährleisten, seien tarifliche Verbesserungen nicht möglich. Als Grund nannte das Management die hohen Kosten und geringe Profitabilität der Premium-Fluglinie ab.
Auch Flugbegleiter streiken
Auch die Flugbegleiter haben sich dem Streik angeschlossen, wie die Kabinengewerkschaft Ufo mitteilte. Auch ohne Urabstimmung will die Gewerkschaft so Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen.
Hier geht es jedoch auch um den möglichen Verlust von etwa 800 Stellen sowie einen tariflichen Sozialplan. Grund dafür sei nach Angaben der Gewerkschaft die Konzernstrategie. Bisher wurden Verhandlungen einem Mitgliederrundschreiben zufolge von Seiten des Managements verweigert.
Parallel bemüht sich die deutsche Airline derzeit um Wachstum. Nur wenige Stunden vor der Ankündigung des Streiks teilte das Unternehmen mit, dass Lufthansa City Airlines in den kommenden Monaten die Einstellung von weiteren 80 Cockpit- sowie 200 Kabinenmitarbeitenden plant. In Frankfurt wurden jüngst bereits rund 60 Mitarbeitende eingestellt.