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Starlink-Sperre: Ukraine bremst Russland, größte Rückeroberung seit 2023

Auf diesem von der 65. mechanisierten Brigade der Ukraine zur Verfügung gestellten Foto hält ein Soldat einen sowjetischen Panzerabwehrwerfer vom Typ RPG-7 in der Region Saporischschja, Ukraine, 26. Januar 2026
Auf diesem von der 65. mechanisierten Brigade der Ukraine zur Verfügung gestellten Foto hält ein Soldat einen sowjetischen Panzerabwehrwerfer vom Typ RPG-7 in der Region Saporischschja, Ukraine, 26. Januar 2026 Copyright  AP Photo
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Von Sasha Vakulina
Zuerst veröffentlicht am
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Während Kyjiw international weiter verhandelt, gewinnt die ukrainische Gegenoffensive an Tempo. Ein Starlink-Schritt und eine Cyberfalle sollen Russlands Drohnensteuerung ausgebremst haben, während ukrainische Truppen in Saporischschja und an weiteren Fronten Gelände zurückerobern.

Die ukrainischen Streitkräfte erhöhen Tempo und Umfang ihrer Gegenoffensive, wie Berichte zeigen. In der vergangenen Woche gelang es ihnen demnach, wochenlange russische Vorstöße auszubremsen. Außerdem sollen mehrere kleine Ortschaften im Südosten der Ukraine, in der Region Saporischschja, zurückerobert worden sein.

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Nach Angaben der in den USA ansässigen Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) wurde der wichtigste ukrainische Vorstoß rund 80 Kilometer östlich der Stadt Saporischschja registriert. Dort waren russische Truppen seit dem Sommer 2025 schrittweise vorgerückt.

Auch an anderen Frontabschnitten meldet das ISW ukrainische Geländegewinne. Demnach hätten die ukrainischen Streitkräfte in Teilen des Nordostens und Ostens Gebiete zurückgewonnen, unter anderem bei Charkiw sowie an den Fronten um Kostiantyniwka, Pokrowsk und Nowopawliwka.

Vor etwa einer Woche begannen die ukrainischen Truppen demnach, den russischen Vormarsch deutlich zu verlangsamen. In vielen Gebieten sei er inzwischen weitgehend gestoppt.

Auf diesem Foto, das von der 65. Mechanisierten Brigade der Ukraine zur Verfügung gestellt wurde, ist ein MRLS BM-21 "Grad" bereit, auf Stellungen der russischen Armee in der Region Saporischschja zu feuern, 2. Januar 2026
Auf diesem Foto, das von der 65. mechanisierten Brigade der Ukraine zur Verfügung gestellt wurde, ist ein MRLS BM-21 "Grad" bereit, auf Stellungen der russischen Armee in der Region Saporischschja zu feuern, 2. Januar 2026 Andriy Andriyenko/Ukrainian 65 Mechanized brigade

Der Starlink-Faktor

Das ISW schreibt, die ukrainischen Gegenangriffe könnten von einer jüngsten Einschränkung profitieren: Russland hat offenbar den Zugriff auf Starlink für bestimmte Einsätze verloren.

Seit Anfang Februar hätten das ukrainische Verteidigungsministerium und SpaceX die russischen Truppen daran gehindert, Starlink zur Steuerung von Angriffsdrohnen über der Ukraine zu nutzen. SpaceX betonte wiederholt, Starlink werde nicht an Russland verkauft oder geliefert. Das Unternehmen mache "keinerlei Geschäfte mit der russischen Regierung oder dem russischen Militär".

Ukrainische Behörden hatten SpaceX jedoch darauf hingewiesen, dass russische Soldaten Starlink-Systeme auf Angriffsdrohnen montiert hätten. So sollten die Drohnen weiter ins Landesinnere eindringen können. Ukrainische Beamte erklärten, sie hätten Belege für "Hunderte" Angriffe mit Starlink-ausgerüsteten Drohnen gesammelt.

Damit hätten russische Betreiber die elektronische Abwehr teilweise umgehen können. Diese setzt unter anderem auf das Stören von GPS- und Funksignalen, um Drohnen außer Gefecht zu setzen.

Als Reaktion leitete die Ukraine eine Überprüfung aller Starlink-Terminals im Land ein. Seitdem klagen russische Soldaten und kremlnahe Militärblogger über Probleme bei Kommunikation und Steuerung auf dem Schlachtfeld.

Kyjiwer Vertreter erklärten zudem, das russische Militär bereite eine Offensive für den Sommer 2026 vor. Sie könnte in Richtung Slowjansk-Kramatorsk führen oder in Richtung Orichiw-Saporischschja, möglicherweise auch in beide Richtungen. Derzeit hätten russische Truppen aber Schwierigkeiten, die nötigen Ausgangspositionen rechtzeitig einzunehmen.

Ein ukrainischer Soldat mit dem Spitznamen Bakeneko richtet die Satellitenkommunikation vor einem Drohnenangriff in den Außenbezirken von Kremmina, Ukraine, Sonntag, 20. August 2023, ein.
Ein ukrainischer Soldat mit dem Spitznamen Bakeneko richtet vor einem Drohnenangriff in den Außenbezirken von Kremmina, Ukraine, Sonntag, 20. August 2023, eine Satellitenverbindung ein. AP Photo

Operation der ukrainischen Cyberkräfte

Nachdem Russland den unbefugten Zugang zu Starlink verloren hatte und Kyjiw ein verpflichtendes Registrierungs- und "Whitelist-System" eingeführt hatte, suchten Moskauer Kräfte offenbar nach einem Schlupfloch.

Ukrainische Cyberkräfte starteten daraufhin eine Gegenaktion. Sie gaben sich als russlandnaher Aktivierungsdienst aus und boten Hilfe an. Hintergrund waren Terminals, die wegen der neuen Registrierungsvorgaben abgeschaltet worden waren.

Russische Soldaten und Drohnenbediener wurden angewiesen, Identifikationsdaten und Standortkoordinaten ihrer Terminals zu übermitteln. Angeblich sollten die Geräte über ukrainische Verwaltungsstellen wieder freigeschaltet werden.

Cyberfalle gegen russische Starlink-Terminals

Die ukrainische Gruppe erklärte später, sie habe auf diese Weise 2.420 Datensätze zu von Russland genutzten Endgeräten gesammelt. Diese Informationen seien an ukrainische Strafverfolgungs- und Verteidigungsbehörden weitergegeben worden. Dort sollten sie zur "endgültigen Überführung in den Brick-Modus" genutzt werden, also zur Deaktivierung der Terminals.

Nach Darstellung der Cyberkräfte wurden die Geräte anschließend deaktiviert. Die Gruppe erklärte außerdem, russische Soldaten hätten ihr 5.000 Euro gezahlt, um die Verbindung wiederherzustellen. Dieses Geld sei an ukrainische Spendenaktionen zur Finanzierung von Drohnen weitergeleitet worden.

Die Operation habe zudem geholfen, 31 ukrainische "Verräter" zu identifizieren. Diese sollen bereit gewesen sein, russische Truppen bei der Registrierung von Terminals zu unterstützen. Die Informationen seien an den ukrainischen Sicherheitsdienst SBU übermittelt worden.

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