Das Weiße Haus verlegt die moderne USS Gerald R. Ford von der Karibik in die Nähe des Iran. Die Besatzung des Flugzeugträgers, die erst im Mai in den Hafen zurückkehren soll, ist auf eine neue Mission geschickt worden.
Der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford war am 24. Juni 2025 vom britischen Norfolk aus in Richtung Mittelmeer aufgebrochen. Doch dieser ursprüngliche Plan war nur von kurzer Dauer. Washington änderte das Ziel: Um den Druck auf die venezolanische Regierung zu erhöhen, wurde das Kriegsschiff in die Karibik geschickt. Am 3. Januar 2026 waren Kampfjets, die vom Deck der USS Gerald R. Ford aus starteten, an der Militäroperation in Caracas teil, die mit der Verhaftung von Nicolás Maduro endete.
Nun bricht das Schiff auf zu einer neuen Mission. Nach Angaben der US-Marine wurde die Besatzung am Donnerstag über den neuen Einsatz informiert. Das Ziel ist der Nahe Osten. Die Rückkehr zu den US-Stützpunkten ist für Ende April oder Anfang Mai vorgesehen.
Flugzeugträger der neuen Generation: USS Gerald R. Ford (CVN-78)
Die USS Gerald R. Ford stellt einen Technologiesprung gegenüber früheren Flugzeugträgern dar. Mit einer Verdrängung von 100.000 Tonnen und einer Länge von 334 Metern übertrifft das Kriegsschiff die Fähigkeiten der gesamten Nimitz-Klasse, die ihm vorausging. Ihr Flugdeck bietet Platz für mehr als 75 Flugzeuge, obwohl sie in der Regel mit einem Geschwader von 60 bis 70 Flugzeugen operiert.
Die Feuerkraft der USS Gerald Ford liegt nicht nur in ihrer Größe begründet. Das Schiff verfügt über das elektromagnetische Flugzeug-Startsystem (EMALS), das die traditionellen Dampfkatapulte ersetzt. Dadurch können die Flugzeuge mit größerer Präzision und geringerem mechanischen Verschleiß gestartet werden. Das Schiff kann bis zu 160 Einsätze pro Tag absolvieren, verglichen mit 120 auf älteren Trägern.
Zu seiner Luftflotte gehören F/A-18 Super Hornet-Kampfflugzeuge, EA-18G Growler-Flugzeuge zur elektronischen Kampfführung, E-2D Hawkeye-Frühwarnflugzeuge und MH-60-Hubschrauber. Die Besatzungsstärke beträgt rund 4.500 Mann, etwa 600 weniger als bei den Vorgängermodellen, da viele Systeme automatisiert wurden.
Das Kriegsschiff wird von A1B-Kernreaktoren angetrieben, die ihm eine praktisch unbegrenzte Reichweite verleihen. Während seiner gesamten Lebensdauer, die auf 50 Jahre geschätzt wird, muss es nicht aufgetankt werden. Die Reaktoren erzeugen genug Energie, um eine Stadt mit 100.000 Einwohnern zu versorgen. Diese Energie speist auch die Verteidigungssysteme: Raketenwerfer, Phalanx-Kanonen und hochmoderne Raketenabwehrsysteme.
Die Baukosten beliefen sich auf über 13 Milliarden US-Dollar, was das Schiff zum teuersten jemals gebauten Kriegsschiff macht. Nach jahrelangen Tests und technischen Anpassungen wurde es 2017 in Dienst gestellt.
Direkte Botschaft an Teheran
Die Entsendung des Flugzeugträgers fällt mit indirekten Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zusammen, die letzte Woche im Oman stattfanden. US-Präsident Donald Trump scheint sich jedoch nicht allein auf die Diplomatie zu verlassen. Am Donnerstag wiederholte er seine Warnungen: Wenn der Iran einem Abkommen mit den USA nicht zustimme, seien die Folgen "sehr traumatisch". Die Entsendung der USS Gerald Ford unterstreicht diese Botschaft.
Der Flugzeugträger schließt sich einer Flotte an, die bereits in dem Gebiet operiert. Die USS Abraham Lincoln traf vor mehr als zwei Wochen zusammen mit drei mit Lenkraketen ausgerüsteten Zerstörern ein. Die Präsenz der USS Gerald Ford erweitert die militärischen Fähigkeiten der USA erheblich. Die Marine bezeichnet sie als "die fähigste, anpassungsfähigste und tödlichste Kampfplattform der Welt".
Drei Missionen, ein Schiff
In weniger als acht Monaten war die USS Gerald R. Ford im Mittelmeer, in der Karibik und im Nahen Osten im Einsatz. Drei verschiedene Szenarien, drei verschiedene Strategien der Trump-Regierung. Die Besatzung ist seit Juni 2025 auf See und hat kein klares Rückkehrdatum. Wenn das Schiff wieder in Virginia anlegt, wird die Mannschaft fast elf Monate im Einsatz gewesen sein.
Die Konzentration der Seestreitkräfte im Persischen Golf lässt wenig Spielraum für Interpretationen. Washington hält sich militärische Optionen gegen den Iran offen, während es gleichzeitig diplomatische Möglichkeiten auslotet. Die USS Gerald Ford mit ihren mehr als 4.500 Mann Besatzung und Dutzenden Kampfjets ist Trumps sichtbarste Botschaft an das Regime in Teheran.