Im Januar 2024 hatten Estland, Lettland und Litauen die Einrichtung einer baltischen Verteidigungslinie an der Grenze zu Russland und Belarus angekündigt. Jetzt werden dafür hunderte Bunker errichtet.
Estland und Lettland werden hunderte Bunker zur Verstärkung der Ostgrenze zu Russland kaufen. Das staatliche estnische Zentrum für Verteidigungsinvestitionen (RKIK) hat zusammen mit dem lettischen Verteidigungsministerium eine Ausschreibung für den Kauf von 600 Betonbunkern angekündigt, die entlang der baltischen Verteidigungslinie aufgestellt werden sollen. Die Ankündigung der gemeinsamen Ausschreibung wurde im Register für das öffentliche Auftragswesen veröffentlicht.
Das RKIK teilte mit, dass Elemente der ersten 28 Bunker bereits nach Estland geliefert worden seien und neun davon im Südosten des Landes aufgestellt würden.
Bislang hat Estland die gesamte gekaufte Sperrausrüstung in Vorlagerungsbereichen platziert, die ersten Bunker installiert und arbeitet weiter am Bau von Panzergräben. Darüber hinaus wird die Verteidigungslinie Panzersperren und Stacheldrahthindernisse umfassen.
"Der Krieg Russlands in der Ukraine hat gezeigt, dass zum Schutz Estlands nicht nur Ausrüstung, Munition und Arbeitskräfte, sondern auch Grenzverteidigungsanlagen erforderlich sind", erklärte der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur. Der Zweck der Verteidigungsanlagen bestehe darin, einen militärischen Konflikt in der Region zu verhindern.
Der lettische Verteidigungsminister Andris Spruds fügte hinzu, die Baltische Verteidigungslinie solle "die Ostflanke der NATO schützen und unseren Gegnern die Bewegungsfreiheit nehmen".
Die Baltische Verteidigungslinie ist eine gemeinsame Initiative Estlands, Lettlands und Litauens zum Schutz der Staatsgrenzen zu Russland und Weißrussland. Sie soll bis Ende 2027 fertiggestellt werden. Die geschätzten Kosten dafür belaufen sich auf 60 Millionen Euro, von denen etwa 30 Millionen für dieses Jahr vorgesehen sind.
Atomwaffen in Estland?
Zuvor hatte sich der estnische Außenminister Margus Tzahkna zu der Möglichkeit geäußert, Atomwaffen auf estnischem Gebiet zu stationieren.
"Wir sind nicht gegen die Stationierung von Atomwaffen auf unserem Territorium. Wir haben keine Doktrin, die dies ausschließen würde, wenn die NATO es in Übereinstimmung mit unseren Verteidigungsplänen für notwendig erachtet, z.B. Atomwaffen auch auf unserem Territorium zu stationieren", so der Minister.
Estland verfügt über keine eigenen Atomwaffen. Der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur hat bereits früher vorgeschlagen, dass britische Kampfjets, die Atomsprengköpfe tragen können, auf estnischem Gebiet stationiert werden sollten.