Kundgebung für Bolsonaro in Brasilia eskaliert: Tausende fordern Freilassung des Ex-Präsidenten, 89 Verletzte nach Blitzschlag bei Protest gegen Wahlverlust 2022.
89 Menschen wurden verletzt, als am Sonntag in der brasilianischen Hauptstadt ein Blitz in der Nähe einer Kundgebung zur Unterstützung des inhaftierten ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro einschlug, wie die dortige Feuerwehr mitteilte.
Zu dem Zeitpunkt hatten sich Tausende Menschen im Regen versammelt. Sie forderten die Freilassung des Politikers, der eine 27-jährige Haftstrafe verbüßt. Hintergrund ist Bolsonaros Rolle beim Versuch, seine Wahlniederlage von 2022 rückgängig zu machen.
Videoaufnahmen zeigen, wie ein plötzlicher Blitz und Donner die Menschenmenge überraschte, die daraufhin Schutz unter Regenschirmen und Plastikponchos suchte.
Laut Feuerwehr mussten 47 Personen ins Krankenhaus eingeliefert werden, darunter 11 auf die Intensivstation. Dutzende weitere wurden vor Ort von Rettungskräften behandelt.
Die Kundgebung wurde vom Kongressabgeordneten Nikolas Ferreira organisiert, der eine „Amnestie“ für Bolsonaro und andere Personen forderte, die im Zusammenhang mit dem gescheiterten Putschversuch verurteilt wurden, der auf Bolsonaros knappe Niederlage gegen den linken Kandidaten Luiz Inácio Lula da Silva folgte.
Der 70-jährige Bolsonaro befindet sich derzeit in Papudinha, einer speziellen Haftanstalt im Papuda-Gefängniskomplex in Brasilia.
Seit einem Messerangriff während seiner ersten Präsidentschaftskampagne 2018 kämpft er mit anhaltenden gesundheitlichen Problemen, darunter ein einwöchiger Krankenhausaufenthalt im Dezember für eine Leistenbruchoperation und die Behandlung von dauerhaftem Schluckauf.
Anfang dieses Monats wurde Bolsonaro nach einem Sturz im Gefängnis medizinisch untersucht, wobei die Ärzte jedoch keine schweren Verletzungen feststellten.
Der ehemalige Präsident war im vergangenen Jahr wegen des Versuchs, die Macht gewaltsam zu erhalten, verurteilt worden, nachdem er die Wahl im Oktober 2022 verloren hatte. Am 8. Januar 2023 stürmten seine Anhänger Regierungsgebäude in Brasilia, um eine militärische Intervention zu erzwingen.