Kuba ist am Montag in Dunkelheit versunken, nachdem ein landesweiter Stromausfall die Insel von der Stromversorgung für ihre elf Millionen Einwohner abgeschnitten hat. Das Ministerium für Energie und Bergbau meldete eine „vollständige Abschaltung“ des nationalen Netzes, konnte zunächst aber keinen konkreten technischen Defekt feststellen. Das schürt die Sorge vor grundsätzlichen Schwächen im System.
Bis zum späten Abend war nach Angaben staatlicher Medien in Havanna erst in rund fünf Prozent der Stadt, etwa 42.000 Anschlüssen, der Strom zurück. Die Einsatzteams versorgten zuerst Krankenhäuser und andere zentrale Einrichtungen. Viele Einwohner verbrachten die Nacht in drückender Hitze, manche halfen sich mit Kerzen und offenen Türen.
Seit einigen Jahren führt die veraltete Infrastruktur Kubas immer wieder zu Stromausfällen von bis zu zwanzig Stunden in einzelnen Regionen. Seit Januar hat sich die Lage weiter zugespitzt: Strengere US-Beschränkungen für Öllieferungen drosseln die Treibstoffimporte. Das setzt die Stromerzeugung zusätzlich unter Druck und erschwert den Alltag im ganzen Land.