Im Londoner Stadtteil Finchley bereiteten Ladenbesitzerinnen, Ladenbesitzer und Familien traditionelle Haft-Seen-Tische vor, je näher die Tagundnachtgleiche im Frühling rückte. Das Viertel gilt vielen als „Little Tehran“ und zeigt, wie stark die iranische Community in London ist. Entlang der Ballards Lane reihen sich persische Geschäfte, Bäckereien und Restaurants aneinander, Farsi-Schilder und der Duft von frisch gebackenem Naan vermitteln ein Stück Heimat.
Einige Anwohnende betonten, wie wichtig das Fest für sie bleibt. Das gilt auch dann, wenn Nachrichten aus Teheran von Streiks und gestörter Kommunikation berichten, die ihre Angehörigen treffen.
Das Fest wird seit mehr als dreitausend Jahren begangen, markiert den Beginn des Frühlings und ist traditionell eine Zeit für Reisen und große Zusammenkünfte. In diesem Jahr finden viele Veranstaltungen in London, darunter Nachbarschaftsfeste und Konzerte, weiterhin statt, fallen aber deutlich stiller aus.
In Europa und darüber hinaus passen Iranerinnen und Iraner ihre Bräuche an und verfolgen zugleich die Lage im Iran, wo seit Ende Februar laut Berichten mehr als eintausenddreihundert Menschen getötet worden sein sollen.