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Japan statt USA? Pistorius sucht sicherheitspolitischen Schulterschluss im Indo-Pazifik

Boris Pistorius in Japan
Boris Pistorius in Japan Copyright  AP
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Von Sonja Issel
Zuerst veröffentlicht am
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Deutschland baut seine Präsenz im Indo-Pazifik aus: Verteidigungsminister Boris Pistorius setzt auf engere Kooperation mit Japan – auch, um sicherheitspolitische Abhängigkeiten zu verringern.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist zu einer mehrtägigen Reise durch die Indo-Pazifik-Region aufgebrochen. Ziel ist es, sicherheitspolitische Partnerschaften auszubauen und die militärische Zusammenarbeit mit Verbündeten zu vertiefen.

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Erste Station war Japan. In Tokio traf Pistorius am Sonntag seinen Amtskollegen Shinjiro Koizumi. Beide Seiten vereinbarten, die Rüstungskooperation auszubauen und ihre Abstimmung in möglichen Krisenfällen zu intensivieren.

Angesichts der angespannten globalen Sicherheitslage sei eine engere Zusammenarbeit der beiden "Mittelmächte" Deutschland und Japan wichtiger denn je, sagte Pistorius. Ziel sei es, gemeinsam für eine regelbasierte internationale Ordnung einzutreten.

Boris Pistorius in Japan
Boris Pistorius in Japan AP

Koizumi schloss sich dieser Einschätzung an. "Angesichts dieser veränderten sicherheitspolitischen Lage ist es kaum noch möglich, allein als einzelnes Land zu reagieren", erklärte er. Die Zusammenarbeit gleichgesinnter Staaten gewinne daher weiter an Bedeutung.

Sicherheitspolitik und Rüstungskooperationen

Die Reise ist Teil einer größeren Indo-Pazifik-Strategie der Bundesregierung. Pistorius ist vom 20. bis 28. März 2026 in der Region unterwegs. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums soll dabei vor allem eine Botschaft vermittelt werden: Europas Sicherheit ist eng mit der Stabilität im Indo-Pazifik verknüpft.

Pistorius wird auf seiner Reise von Spitzenvertretern der deutschen Rüstungsindustrie begleitet, darunter Unternehmen wie Airbus Defence, Diehl, MBDA, Rohde & Schwarz, Quantum Systems und TKMS. Am Rande der Gespräche sind auch Treffen mit Vertretern der Gastgeberländer geplant.

Als besonders vielversprechend gilt im Fall Japans eine vertiefte Zusammenarbeit bei unbemannten militärischen Systemen sowie im Technologiebereich. Dabei richtet sich der Blick auch auf das japanische Unternehmen Fujitsu und die Frage, ob es gelingen kann, einen Hochleistungscomputer der nächsten Generation unabhängig von China und den USA zu entwickeln.

Ausbau militärischer Zusammenarbeit

Deutschland hat seine militärische Präsenz in der Region in den vergangenen Jahren schrittweise ausgebaut. 2024 beteiligte sich die Bundeswehr an der US-geführten Großübung Rim of the Pacific (RIMPAC) vor Hawaii. Im Februar 2026 nahm die Marine erstmals mit dem Seeaufklärer P-8A Poseidon an der Übung Milan in Indien teil.

Weitere Einsätze sind bereits geplant: Im Juli 2026 will sich die Bundeswehr an der Luftwaffenübung Pitch Black in Australien beteiligen. Vorgesehen ist die Entsendung von Eurofightern sowie A330-MRTT-Tankflugzeugen.

Zudem sind Beteiligungen an den Übungen Keen Sword in Japan sowie Tarang Shakti in Indien geplant.

Weitere Stationen

Im weiteren Verlauf der Reise will Pistorius Singapur und Australien besuchen. In Singapur sind Gespräche mit Verteidigungsminister Chan Chun Sing vorgesehen.

In Australien stehen Treffen mit Vizepremier und Verteidigungsminister Richard Marles sowie dem Minister für Verteidigungsindustrie, Pat Conroy, auf dem Programm. Neben sicherheitspolitischen Fragen dürfte auch die Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie eine zentrale Rolle spielen.

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