Laut Merz sei die Ukraine seit Beginn des Krieges waffentechnologisch weit vorangekommen. Für Taurus-Marschflugkörper aus Deutschland bestehe demnach keine Notwendigkeit.
Angesichts technologischer Fortschritte der Ukraine sieht Bundeskanzler Friedrich Merz keine Notwendigkeit mehr zur Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an Kyjiw. Das sagte Merz in einer Regierungsbefragung im Bundestag am Mittwoch.
Laut Merz sei die Ukraine seit Beginn des Krieges waffentechnologisch weit vorangekommen und "heute besser bewaffnet als je zuvor." Seine Forderung, der Ukraine Taurus zu liefern, berief sich auf seinen früheren Wissensstand, dass es in den Beständen der Bundeswehr genügend funktionsfähige Taurus-Marschflugkörper gäbe.
Merz sprach auch über die "erheblichen" finanziellen Schwierigkeiten der Ukraine. Mit zusätzlichen Waffen sei das Problem nicht gelöst. "Wir müssen mehr Geld mobilisieren für die Ukraine", sagt Merz, "damit diese Waffen weiter gebaut werden können."
Die Ukraine produziert eigene Marschflugkörper
Die Ukraine produziert eigene Waffen wie den Flamingo-Marschflugkörper. Das Raketensystem hat eine Reichweite von 3.000 Kilometern und kann Ziele in Russland erreichen. Westliche Waffen hingegen unterliegen Reichweitenbeschränkungen.
Im Februar bestätigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Ukraine brauche weiterhin die Taurus-Marschflugkörper.
Der Taurus hat eine Reichweite von mehr als 500 Kilometer. Damit könnte die Ukraine Ziele tief in Russland treffen. Der Taurus wird von einem Flugzeug abgesetzt, und kann Ziele mit hoher Genauigkeit treffen und auf dem Weg Hindernissen ausweichen.
Die schwarz-Rote Regierung führt damit die Linie der gescheiterten Ampel-Regierung von Olfaf Scholz (SPD) fort, die Waffe nicht an die Ukraine zu liefern.
Stärker als der Taurus ist der amerikanische Tomahawk. Er wird in der Regel von Schiffen verschossen und fliegt mit 1.000 Kilometern doppelt so weit wie der Taurus. Die Bundeswehr will jetzt ihre Frigatten auch mit amerikanischen Tomahawks ausrüsten, wie Handelsblatt berichtete. Der Ukraine hat US-Präsident Donald Trump die Tomahawks bislang versagt, offenbar, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.