Das Osterwetter in Deutschland zeigt sich in diesem Jahr von seiner unbeständigen Seite. Statt frühlingshafter Wärme deuten aktuelle Prognosen auf kühle Luft und wechselhafte Bedingungen hin. Schauer, dichte Wolken und niedrige Temperaturen könnten die Feiertage prägen.
Kalte Luft sorgt zu Ostern für unbeständiges Wetter in Deutschland.
Über Mitteleuropa bildet sich zu den Osterfeiertagen eine sogenannte Trogstruktur, wodurch weiterhin kühle Luft nach Deutschland gelangt. Ein Trog in der Atmosphäre ist eine Art Kältewelle in der Höhe, die oft unbeständiges Wetter nach unten bringt.
Begleitet wird dies von wechselnder bis starker Bewölkung und wiederkehrenden Schauern, die lokal auch stärker ausfallen können.
Laut aktuellen Berechnungen liegen auch die Temperaturen an den Ostertagen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Kontrollläufe zeigen Abweichungen von 3 bis 5 Grad nach unten, sodass der April nach jetzigem Stand kalt und nass beginnt.
Wetterexperte Dominik Jung sagte Euronews: "Schnee ist nach aktuellem Stand vor allem in den Mittelgebirgen und in den Alpen möglich. In höheren Lagen können die Temperaturen zeitweise nur bei 0 bis 4 Grad liegen. Im Flachland hingegen ist Schnee eher unwahrscheinlich – hier werden meist 5 bis 10 Grad erreicht, sodass es überwiegend bei Regen oder Schauern bleibt."
Ein flächendeckendes "weißes Ostern" wird nicht zu erwarten sein.
Regionale Unterschiede, auf die sich Reisende einstellen sollten
Die Unterschiede von Bundesland zu Bundesland sind laut dem Experten Jung deutlich: "Im Süden und in höheren Lagen bleibt es mit 3 bis 8 Grad deutlich kühler, hier besteht auch das größte Risiko für Schnee oder Graupel. Im Norden und in den Tieflagen liegen die Temperaturen meist zwischen 7 und 12 Grad, allerdings bei windigem und oft nassem Wetter. Der Osten Deutschlands könnte mit 8 bis 13 Grad zeitweise etwas milder und trockener ausfallen."
Insgesamt sei aber überall in Deutschland wechselhaftes Wetter zu erwarten.
Warm anziehen für Ausflüge und Eiersuche
Osteraktivitäten sind möglich, aber unter frischen Bedingungen: wechselhaftes Wetter mit Schauern steht an. Für die Eiersuche im Freien sind daher Jacke und wetterfeste Kleidung sinnvoll. Eine längere stabile Schönwetterphase mit deutlich über 15 Grad ist eher nicht in Sicht.
Übrigens sind Wettervorhersagen eine Woche im Voraus durchaus schon verlässlich: "Die grobe Tendenz – also kühl mit Temperaturen meist unterhalb der für April typischen 10 bis 15 Grad – gilt als relativ zuverlässig", so Jung. Unsicher bleiben Details wie Niederschlagsart, genaue Temperaturspitzen oder Sonnenscheindauer - diese lassen sich meist erst zwei bis vier Tage vorher genauer eingrenzen.
Müssen sich Landwirte auf besondere Bedingungen einstellen?
Nach Einschätzung von Jung durchaus: "Positiv ist, dass der erwartete Regen nach einem teils trockenen März hilfreich sein kann. Gleichzeitig besteht jedoch das Risiko vonSpätfrost, insbesondere bei nächtlichen Tiefstwerten um 0 Grad oder leicht darunter. Das kann Obstblüten schädigen. Auch Tageshöchstwerte oft nur im einstelligen Bereich bremsen das Pflanzenwachstum."
Späte Kälterückfälle im März und April seien grundsätzlich typisch für die Jahreszeit, betont Jung. "Durch den Klimawandel steigen zwar die Durchschnittstemperaturen, dennoch können kurzfristig weiterhin Luftmassen mit Temperaturen nahe 0 Grad in 1500 Metern Höhe nach Mitteleuropa vorstoßen und für spätes Winterwetter sorgen. Solche Ereignisse sind nicht verschwunden, aber tendenziell etwas seltener geworden."
Das amerikanische Wettermodell sieht für die Osterfeiertage derzeit Temperaturen bis maximal 6 Grad vor. Auch das europäische ECMWF-Modell erwartet für Anfang April niedrige einstellige Werte, wobei insbesondere in den Nächten Frost möglich ist.