Der Buckelwal Timmy ist schon zum dritten Mal gestrandet. Und das Tier reagiert immer weniger auf die Versuche von Meeresbiologen und Tierschützern, ihn wieder ins freie Meer zu bringen.
Dem in der Ostsee gestrandeten Buckelwal, dem einige Medien liebevoll den Namen Timmy gegeben haben, geht es nicht gut. Das Tier atmet noch, aber der Wal ist erschöpft und geschwächt. Und er reagiert immer weniger auf die Versuche, ihn ins freie Meer zu bringen. Dabei müsste Timmy dringend die Ostsee verlassen.
Im Gespräch mit Euronews erklärt Meeresschutz-Expertin Daniela von Schaper von Greenpeace: "Der Wal hat ein Fischernetz im Maul, aber wir wissen nicht, wie weit es reicht. Und wir wissen nicht, was der Wal noch im Magen hat." Sehr wahrscheinlich ist das Fischernetz aus Plastik.
Die Wissenschaftlerinnen wollten dem etwa 15 Meter langen und etwa 10 Tonnen schweren Buckelwal zunächst Zeit geben. Denn am Nachmittag ist das Wasser in Wismar gestiegen, und der Wal könnte sich bei höherem Wasserstand eventuell selbst befreien. Doch dann wurde entschieden einen weiteren Rettungsversuch zu starten.
Minister Backhaus: "Dem Wal geht es unerwartet besser"
Von einem Boot aus gab der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern Till Backhaus am späten Nachmittag eine positive Nachricht bekannt, dem Wal gehe es unerwartet besser. Der Meeressäuger mache auch wieder Geräusche.
Meeresschutz-Expertin Franziska Saalmann von Greenpeace wollte gemeinsam mit dem Deutschen Meeresmuseum und der Wasserschutzpolizei mit einem Schlauchboot zu dem Tier fahren. Sie versuchen den Wal dazu bringen, sich im höheren Wasser aus eigener Kraft zu befreien. Das Tier solle aber nicht unnötig gestresst werden.
Die Meeresforscher wollten auch die Reaktionen des Tieres vorsichtig beobachten.
Viele Schaulustige verfolgen das traurige Spektakel seit Tagen.
Franziska Saalmann war schon am Morgen mit auf einem Boot neben dem Tier, sie sagt: "Er atmet regelmäßig, aber er reagiert weniger, ist weniger bewegungsfreudig. Das macht uns natürlich Sorge."
Noch keine "Sterbebegleitung" für den Wal
Burkard Baschek, der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, arbeitet mit den Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace zusammen. Auch er wollte zunächst laut NDR die "entscheidenden Stunden am Nachmittag" abwarten.
Daniela von Schaper von Greenpeace sagt zu Euronews, von "Sterbebegleitung" sei unter den Experten nicht die Rede gewesen und sie könne auch nicht sagen, wie eine solche aussehe.
Zwei Mal war der Wal schon zuvor gestrandet
Vor einer Woche war der Buckelwal auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand bei Lübeck entdeckt worden. Erst nach fünf Tagen - in der Nacht auf Freitag kam das gestrandete Tier wieder frei, nachdem ein Bagger eine Rinne für den Meeressäuger gegraben hatte.
Am Samstag hatte sich Timmy aber wieder viel zu nah an der Küste verirrt.
In der Nacht auf Sonntag konnte der Wal bei steigendem Wasserstand zwar ein wenig wegschwimmen. Doch kurz darauf war er wieder ganz in der Nähe - viel zu nah an der Küste, an einer ungefähr zwei Meter tiefen Stelle.
In Wismar und weit über Wismar hinaus hoffen alle, die die Geschichte von Wal Timmy verfolgen, dass er im höheren Wasser wieder mehr Energie findet.