Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat ebenso wie sein polnischer Amtskollege Radosław Sikorski betont, wie wichtig es sei, die Ukraine und Russlands Angriffskrieg angesichts der Eskalation im Nahen Osten nicht zu vergessen.
"Wir stehen voll und ganz an der Seite der Ukraine", das war die Botschaft von Deutschlands Außenminister Johann Wadephul und seines Amtskollegen Radosław Sikorski an diesem Montag in Krzyżowa in Polen. Die beiden Außenminister trafen sich an einem historischen Ort.
Wadephul sagte, dass "die entschiedene Unterstützung der Ukraine in ihrem Freiheitskampf nicht nur eine sicherheitspolitische Konsequenz ist. Sie ist gleichzeitig die zwingende Konsequenz aus unserer Geschichte.“
Krzyżowa (auf Deutsch: Kreisau) liegt in Niederschlesien - unweit der Grenze zu der Tschechischen Republik. Während der Nazi-Zeit war das Gut der adligen Familie von Helmuth James von Moltke in Kreisau Treffpunkt des Kreisauer Kreises, einer zivilen Widerstandsgruppe gegen Adolf Hitler. Nach dem misslungenen Attentat am 20. Juli 1944 wurde die Gruppe aufgedeckt und viele Mitglieder zum Tod verurteilt.
"Gefahr, dass Eskalation in Nahost Russland in die Hände spielt"
Radek Sikorski unterstrich in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Krzyżowa, es gelte die europäischen Werte Frieden, Versöhnung, Freiheit und Solidarität zu verteidigen: "Das ist etwas, um das wir uns jeden Tag bemühen müssen." Russland sei zu den "schlimmsten zaristischen und kommunistischen Mustern der Geschichte zurückgekehrt". Russland fördere in seinem Volk den Drang nach Vorherrschaft und Aggression gegenüber den Nachbarn.
Wadephul erklärte, es bestehe, "die Gefahr, dass die Eskalation im Nahen Osten den Fokus der internationalen Unterstützung von der Ukraine ablenkt und die Entwicklung auf den Energiemärkten Russlands in die Hände spielt".
Zwischen Polen und Deutschland sind allerdings nicht alle Konflikte gelöst. Allen voran der polnische Staatschef Karol Nawrocki - aber nicht nur er - fordert weiterhin 1,3 Billionen Euro Reparationszahlungen von Deutschland für die Verbrechen im Zweiten Weltkrieg und die Gräueltaten der Nazi-Zeit. Berlin lehnt das ab - mit dem Verweis auf alte Verträge. Das Thema beschäftigt weiterhin auch die sozialen Medien in Polen.