Kuba produziert kaum 40 % seines Brennstoffbedarfs und ist auf Importe angewiesen, um sein bröckelndes Energienetz aufrechtzuerhalten.
Russland plant die Entsendung eines zweiten Öltankers nach Kuba. Das sagte der russische Energieminister Sergej Ziviljow am Donnerstag und verwies auf die anhaltende Energieblockade der Insel. Zugleich bekräftigte er die Solidarität Moskaus mit dem karibischen Staat.
Die Ankündigung erfolgt nur zwei Tage, nachdem der sanktionierte russische Tanker "Anatoly Kolodkin" mit 730.000 Barrel Öl an Bord im kubanischen Hafen Matanzas angelegt hatte. Damit erreichte erstmals seit drei Monaten wieder ein Öltanker die Insel.
Experten zufolge könnte diese Ladung rund 180.000 Barrel Diesel liefern – genug, um den täglichen Bedarf Kubas für neun bis zehn Tage zu decken.
Ziviljow äußerte sich am Rande eines Energieforums in der russischen Stadt Kasan.
"Kuba befindet sich in einer totalen Blockade, es ist abgeschnitten worden. Wessen Öllieferung hat es geschafft? Ein russisches Schiff hat die Blockade durchbrochen. Ein zweites wird gerade beladen, wir werden die Kubaner nicht in der Not allein lassen", sagte der Minister.
Ende Januar drohte US-Präsident Donald Trump jedem Land, das Öl an Kuba verkauft oder liefert, mit Zöllen. Zugleich erklärte er kürzlich, er habe "kein Problem" mit dem Anlegen der "Anatoli Kolodkin", da er nicht glaube, dass dies zur Unterstützung der kubanischen Regierung beitrage.
"Kuba ist am Ende", sagte Trump Reportern, als er am Sonntag nach Washington zurückflog. "Sie haben ein schlechtes Regime. Sie haben eine sehr schlechte und korrupte Führung, und ob sie nun ein Schiff mit Öl bekommen oder nicht, wird keine Rolle spielen."
Kuba deckt nur knapp 40 Prozent seines Treibstoffbedarfs selbst und ist auf Importe angewiesen, um sein brüchiges Energienetz aufrechtzuerhalten.
Die wichtigen Öllieferungen aus Venezuela brachen weg, nachdem die USA das südamerikanische Land militärisch unter Druck gesetzt und Präsident Nicolás Maduro festgenommen hatten.
Auch Mexiko stellte seine Lieferungen ein, nachdem US-Präsident Donald Trump Ländern, die Kuba mit Öl versorgen, mit Strafzöllen gedroht hatte.
Die US-Ölblockade hat die Energie- und Wirtschaftskrise auf der Insel weiter verschärft. Es kommt zu anhaltenden Stromausfällen, Einschnitten im staatlichen Lebensmittelrationierungssystem sowie zu Engpässen bei Wasser und Medikamenten. Besonders betroffen sind ärmere und vulnerable Bevölkerungsgruppen.