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Umfrage: Kanzler Merz ist der unbeliebteste Regierungschef der Welt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Bundeskanzleramt, Berlin, 9. April 2026
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Bundeskanzleramt, Berlin, 9. April 2026 Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Copyright Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Von Laura Fleischmann
Zuerst veröffentlicht am
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Während andere Regierungschefs deutlich bessere Zustimmungswerte erzielen, liegt der deutsche Kanzler hinten. Experten machen nur nicht seine Politik sondern auch ihn als Person für die schlechte Stimmung verantwortlich.

In 24 Demokratien haben Forscher des US-Meinungsforschungsinstituts Morning Consult die Beliebtheit ihrer Staats- und Regierungschefs miteinander verglichen. Dafür wurden Erwachsene in den entsprechenden Ländern befragt.

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In der Erhebung erhielt der französische Präsident Emmanuel Macron zwar am wenigsten positiven Zuspruch (18 %), im Vergleich zu einer Ablehnungsrate von 75 %.

Doch der Bundeskanzler schaffte es auf Platz 1 mit 76 % unzufriedener Bürger. Immerhin: 19 % der Befragten gaben an, zufrieden mit seiner Arbeit zu sein. Eine aktuelle Umfrage von Forsa im Auftrag von RTL kam auf ähnliche Werte: 78 % der Befragten empfanden angesichts der bisherigen Arbeit von Merz Unzufriedenheit. 20 % gaben an, mit dem CDU-Politiker zufrieden zu sein. Zahlen, die im Kanzleramt kaum für Freude sorgen dürften.

Auf Nachfrage von Euronews sagt Forsa-Chef Manfred Güllner dazu: "Friedrich Merz war schon während seiner ersten Zeit als aktiver Politiker Anfang der 2000er Jahre einer der unbeliebtesten politischen Akteure in der Bundesrepublik."

Auch nach seiner Rückkehr in die Politik sei seine Beliebtheit nicht gestiegen. "Recht massive Vorbehalte gibt es vor allem bei den Frauen, den jungen Wahlberechtigten und den Ostdeutschen", erklärt der Meinungsforscher. "Nach seiner Wahl zum zehnten Kanzler der Republik konnte er die vielen Vorbehalte gegen ihn nicht verringern – sie wurden im Gegenteil im Laufe seiner bisherigen Regierungszeit noch größer."

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einer Regierungsbefragung im Bundestag, 25. März 2026
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einer Regierungsbefragung im Bundestag, 25. März 2026 Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Hermann Binkert, Leiter des Meinungsforschungsinstituts Insa, erklärt gegenüber Euronews die Gründe: "Der Bundeskanzler hat Wahlversprechen gebrochen, die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands ist weiter negativ, viele sehen ihr Heimatland in einer Abwärtsspirale", so Binkert. "Weder das bürgerlich-konservative Lager noch das linksliberale progressive Lager ist zufrieden mit dem, was die Regierungskoalition umsetzt."

Erdoğan und Trump im Mittelfeld

Deutlich beliebter in seinem Land ist, so die Umfrage, der türkische Machthaber Recep Tayyip Erdoğan: Er schaffte es auf den 9. Platz - allerdings von hinten. Etwa ein Drittel (36 %) gab an, zufrieden zu mit seiner politischen Arbeit zu sein. Genau die Hälfte (50 %) der türkischen Befragten lehnte sie hingegen ab. Unklar ist jedoch, wie die Umfrage in der Türkei durchgeführt wurde. Von Experten wird das Land unter Erdoğan teilweise nicht mehr als Demokratie, sondern als elektorale Autokratie eingestuft.

Knapp vor Erdoğan und mit noch mehr Abstand zum Kanzler liegt in dem Ranking US-Präsident Donald Trump. Er schafft es, obwohl er mehrere Kriege begonnen hat, auf den 10. Platz von unten.

38 % der US-Amerikaner gaben an, mit seiner Arbeit zufrieden zu sein. 57 % waren unzufrieden. Auf ähnliche Werte kommt auch eine Erhebung des US-Mediums "The Economist". Hier gaben 37 % der Befragten an, zufrieden zu sein. 56 % gaben an, unzufrieden zu sein.

Etwas beliebter sind etwa Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez (38 % Zustimmung zu 57 % Ablehnung), Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (39 % zu 55 %) sowie Argentiniens Präsident Javier Milei (48 % zu 49 %).

Bundeskanzler Merz (CDU) und US-Präsident Donald Trump in Washington, 3. März 2026
Bundeskanzler Merz (CDU) und US-Präsident Donald Trump in Washington, 3. März 2026 Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.

"Die Deutschen sind in Bezug auf die politische Führung ihres Landes keinesfalls skeptischer als andere Nationen", so Güllner. Schon andere Kanzler, wie etwa Konrad Adenauer, Willy Brandt oder auch Gerhard Schröder, hätten hohe Akzeptanz genossen. "Insofern ist für die große Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Kanzler nicht eine generelle Skepsis der Deutschen gegenüber ihrer politischen Führung verantwortlich, sondern ausschließlich die Person Merz selbst."

Mit seinen schlechten Werten hat der CDU-Politiker inzwischen auch Bundeskanzler a.D. Olaf Scholz (SPD) geschlagen. Selbst an seinem Tiefpunkt war Scholz laut Umfragen deutlich beliebter als Merz: Mitte Juni 2024 gaben 28 % der Befragten an, die Arbeit von Scholz als Bundeskanzler gut zu finden. 67 % bewerteten sie als schlecht.

Am höchsten war die Zustimmungsrate zu dem indischen Präsidenten Narendra Modi (70 %), gefolgt vom südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung (63 %) und dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš (55 %).

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