Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

US-Befehl: Marine soll iranische Öltanker auf hoher See stürmen und beschlagnahmen

Der Flugzeugträger USS Dwight D. Eisenhower und weitere Kriegsschiffe passieren am Sonntag, 26. November 2023, die Straße von Hormus in den Persischen Golf.
Flugzeugträger USS Dwight D. Eisenhower und weitere Kriegsschiffe fahren am Sonntag, 26. November 2023, durch die Straße von Hormus in den Arabischen Golf. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Chaima Chihi & يورونيوز
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

US-Generalstabschef Dan Keen warnt: Die USA werden jedes Schiff mit iranischer Flagge oder mit Ausrüstung für Teheran verfolgen und stoppen.

In den kommenden Tagen bereiten sich US-Streitkräfte darauf vor, Öltanker und Handelsschiffe zu entern, die im Verdacht stehen, mit Iran in Verbindung zu stehen. Sie könnten diese in internationalen Gewässern beschlagnahmen, berichtete das "Wall Street Journal".

WERBUNG
WERBUNG

Mit der Ausweitung dieser Einsätze will Washington nach Angaben von US-Beamten Schiffe mit Iran-Bezug weltweit ins Visier nehmen. Dazu zählen Öltanker außerhalb des Golfs sowie Schiffe, die nach US-Einschätzung Waffen oder Material zur Unterstützung des iranischen Regimes transportieren.

Die Maßnahmen erfolgen in einer Phase wachsender Spannungen, in der sich beide Seiten auf eine mögliche Wiederaufnahme militärischer Konfrontationen einstellen. Iran verfügt laut dem Bericht weiterhin über Tausende Mittel- und Kurzstreckenraketen und verlegt Abschussrampen aus unterirdischen Depots.

US-Quellen zufolge hat die iranische Verteidigungsinfrastruktur schwere Schäden erlitten, was die Fähigkeit des Landes einschränken könnte, rasch neue Raketen zu produzieren.

Angriffe auf Schiffe am Samstag

Am Samstag hatten iranische Streitkräfte mehrere Handelsschiffe in der Straße von Hormus angegriffen. Parallel dazu erklärte die Revolutionsgarde, die strategisch wichtige Wasserstraße stehe "unter strenger Kontrolle". Die widersprüchlichen Signale sorgten für Verunsicherung in der internationalen Schifffahrt – zumal Irans Außenminister Abbas Araghchi kurz zuvor zugesichert hatte, die Meerenge bleibe für den Handel offen. Eine Aussage, die US-Präsident Donald Trump ausdrücklich begrüßte.

Die Regierung in Washington versucht derweil, den wirtschaftlichen Druck auf die Islamische Republik weiter zu erhöhen. Trump erklärte am Freitag, Iran habe bereits zugestimmt, seinen Bestand an hochangereichertem Uran an die Vereinigten Staaten zu übergeben. Teheran wies diese Darstellung jedoch kategorisch zurück. In den Verhandlungen bleiben zentrale Streitpunkte offen – darunter die Dauer möglicher Beschränkungen der Urananreicherung sowie die Frage, ob Iran im Rahmen eines Abkommens Zugang zu eingefrorenen Vermögenswerten im Ausland erhalten soll.

Das US-Zentralkommando teilte mit, die Marine habe mehr als 23 Schiffe daran gehindert, iranische Häfen zu verlassen. Dies sei Teil einer Seeblockade, die gezielt auf diese Häfen abziele.

Der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, General Dan Kean, kündigte an, die USA würden "jedes Schiff verfolgen, das unter iranischer Flagge fährt oder Teheran materiell unterstützt". Ein Teil dieser Einsätze solle über das US-Indopazifikkommando laufen. Es handle sich um eine neue Phase des Drucks, sagte er.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, erklärte, Präsident Donald Trump sei "zuversichtlich, dass die Seeblockade zusammen mit den wirtschaftlichen Maßnahmen zu einem Friedensabkommen führen wird".

Die Eskalation fällt in eine Phase, in der die Frist für den befristeten Waffenstillstand in der kommenden Woche ausläuft. Politisch herrscht Stillstand, nachdem die jüngste Verhandlungsrunde in Pakistan ohne Ergebnis endete.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte, die Streitkräfte seien "in höchster Einsatzbereitschaft", um militärische Operationen wieder aufzunehmen, falls die Gespräche scheitern.

Die Option, Energieanlagen in der Islamischen Republik anzugreifen, bleibt zwar auf dem Tisch. Die Regierung Trump warnt jedoch, ein solcher Schritt könnte iranische Vergeltungsmaßnahmen auslösen, die sich gegen die Energieinfrastruktur verbündeter Staaten wie Saudi-Arabien und anderer arabischer Länder richten würden. Dadurch könnte sich die Eskalation in der Region deutlich ausweiten.

US-Druck auf Iran: China im Fokus

Parallel dazu setzen die USA verstärkt auf wirtschaftlichen Druck als zentrales Mittel, um eine politische Lösung zu erzwingen.

Schätzungen zufolge exportiert Iran rund 1,6 Millionen Barrel Öl pro Tag. Ein Großteil geht über kleine, unabhängige Raffinerien – sogenannte "Teekannen-Raffinerien" – nach China. Trotz Pekings Bemühungen, seine Reserven für mögliche Störungen aufzustocken, wertete ein US-Beamter die Aussagen von General Kean als Signal an China.

Das US-Finanzministerium teilte zudem mit, seine Sanktionsliste ausgeweitet zu haben. Neu betroffen sind Schiffe, Unternehmen und Einzelpersonen, die mit dem illegalen Handel iranischen Öls in Verbindung stehen. Nach Angaben von Finanzminister Scott Bessent gehört dazu auch ein Reedereinetzwerk des Geschäftsmanns Mohammad Hossein Shamkhani, Sohn des verstorbenen iranischen Sicherheitsberaters Ali Shamkhani.

Diese Akteure reihen sich in Hunderte bereits sanktionierte Schiffe und Unternehmen mit Iran-Bezug ein und könnten nun ebenfalls ins Visier von Beschlagnahmungen oder Aufbringungsaktionen geraten.

Zudem kündigte der amtierende US-Justizminister Todd Blanche an, strafrechtlich gegen alle vorzugehen, die am Kauf oder Verkauf von sanktioniertem iranischem Öl beteiligt sind.

Die Staatsanwaltschaft in Washington bekräftigte, sie arbeite daran, die Netzwerke zu zerschlagen, die das Regime in Teheran stützen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Welche europäischen Länder sind 2030 am reichsten?

Tote in der Ukraine nach russischen Angriffen - Kritik an US-Sanktionspolitik

US-Befehl: Marine soll iranische Öltanker auf hoher See stürmen und beschlagnahmen